Afrika Hautnah im 16. Bezirk – Diskussionsergebnisse

Dez 2nd, 2008 | By | Category: Afrika Hautnah

Warten auf die Obamas von morgen?

Am Mittwoch dem 6. November zog AFRIKA HAUTNAH nach Ottakring, wo sich eine spannende Diskussion um die Partizipationsmöglichkeiten sichtbarer MigrantInnen im Bezirk entsponn. Noch gibt es keine AfrikanerInnen als Bezirksräte in Ottakring, aber bald. Grabler, Klubvorsitzender der Grünen Ottakring, verkündet die Angelobung von Damien Agbogbe am 2. Jänner. Breiteneder (SJ Ottakring) bedauert, dass die SPÖ in nächster Zukunft keinen afrikanischen Bezirksrat stellt. Ein paar AfrikanerInnen scheinen aber in den Parteiaktivitäten interessiert zu sein oder sogar Parteimitglieder zu sein. Wie es in der ÖVP und FPÖ aussieht, bleibt offen, denn beide Parteien hatten keine Ressourcen eine Vertretung zu schicken.

Möglichkeiten zu partizipieren, finden sich im Jugendbereich, im öffentlichen Bereich, in spontanen Aktionen und Bürgerinitiativen und im Vereinswesen. Hasling, Bezirksrätin der SPÖ, gibt zu, dass es nichts Spezielles für AfrikanerInnen gibt, dass sie aber in der Ottakringer Vereinsplattform eingebunden sind. Auch die Brunnenpassage wird als Integrationsprojekt gelobt. Künstlerin und Initiatorin des Projekts „Soho in Ottakring“ Ula Schneider berichtet über ihre positiven Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit afrikanischen KünstlerInnen. Der afrikanische Künstler SIGI stimmt mit Schneider überein, dass der Kunstbereich ein Potential für Dialoge birgt.

Dr. Yeboah zählt Menschen aus allen Ländern zu seinen Patienten. Zum Arzt gehen die Menschen, aber warum engagiert man sich nicht politisch? Die Antwort ist der Mangel am Gefühl des Willkommenseins und die Informationsvermittlung. „Solange man aus dem Ausland gekommen ist, bleibt man Ausländer“, so Dr. Yeboah. Pastor Omoighe verweist auf die Wahlwerbungen in Deutsch und Türkisch, aber nicht in Englisch und spricht damit die Sprachbarrieren an. „Wenn du so eine negative Publicity hast über diese Menschen, Afrikaner sind Drogendealer, kannst du nicht erwarten, dass sie sich einbringen“, folgert Omoighe. Als Pastor warte er nicht auf die Menschen, dass sie zu ihm kommen, sondern er gehe auf sie zu, fordert er die Parteien auf, mehr Initiative zu zeigen. Ein SPÖ-Mitglied mit türkischer Herkunft versteht die Situation der AfrikanerInnen allzu gut. Nach den ersten Jahren der Depression, sei es wichtig sich zu entscheiden, was man will und was man bei der Partei, die die eigenen Gedanken vertritt, machen möchte. Dass sichtbare MigrantInnen mehr an sichtbare Stellen sollen, ist man sich einig, ebenso, dass sie diese Jobs ihrer Qualifikationen und nicht ihrer Sichtbarkeit wegen erhalten sollen.

Obama eine Inspiration?

Moderator Neuberg möchte wissen, ob das Phänomen Obama eine Inspiration für die AfrikanerInnen in Österreich ist. Ossiri von Ossiri’s Lernakademie sieht sich im Hintergrund agierend. Afrikanet ist seine Homepage und er stellt sie zur Verfügung. Mit Stipendien will er andere voranschieben. Durch seine Firma will Ossiri „Qualifikationen weitergeben und den Boden für die Obamas von morgen vorbereiten“, so der in der Elfenbeinküste geborene Unternehmer.

Katharina Schleicher, Radio Afrika TV

Aus der Druckausgabe Tribüne Afrikas Nr.5/2008



is Claudia Apfelthaler.
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