16. Bezirk – Kommentar der Bezirksvertretung
Dez 2nd, 2008 | By admin | Category: Afrika HautnahMiteinander statt Gegeneinander
Ottakring ist ein weltoffener Bezirk, in dem alle Menschen willkommen sind. Im Sinne eines Miteinanders der Kulturen und der Religionen pflegen wir einen äußerst erfolgreichen Weg des Dialogs – und zwar in allen Bereichen. Seit mehreren Jahren gibt es bei uns eine Vereinsplattform, die als Integrationsforum dient und Migrantenvereine und Bezirkseinrichtungen auf lokaler Ebene zusammenführt. Sie bietet die Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzen und den Kontakt mit der Bezirksvorstehung sowie Bezirkseinrichtungen herzustellen und zu pflegen. Ein wesentliches Ziel ist, die Partizipation von MigrantInnen am Geschehen im Bezirk zu stärken. Ein weiterer Beweis für ein gutes Zusammenleben in Ottakring ist das Brunnenviertel. Durch Informationen, Kulturveranstaltungen und Stadterneuerungsmaßnahmen konnte ein vorbildhaftes Klima geschaffen werden, in dem es fast keine kulturell oder religiös bedingten Reibungsstellen mehr gibt.
Mehr als kontraproduktiv für erfolgreiche Integration sind dagegen die Zündeleien der Rechten, insbesondere der Freiheitlichen. Ihnen geht es ganz offensichtlich nicht um Politik, sondern um Populismus. Für uns steht dagegen der Kampf gegen Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus eindeutig im Vordergrund. Mit dem Wiener Antidiskriminierungsgesetz und der Schaffung einer speziellen Antidiskriminierungsstelle haben wir einen wichtigen Schritt getan, der dazu beiträgt, Diskriminierungen jeglicher Art abzubauen.
Eine Gruppe, die leider noch immer besonders von Diskriminierung betroffen ist, sind AfrikanerInnen. Wir begegnen ihnen auf den Straßen, in der Straßen- und U-Bahn, in Cafes und Hochschulen, nicht selten mit Blicken oder einer Körpersprache, die Distanz oder sogar Ablehnung verraten. Sie leben unter uns, aber allzu oft nicht mit uns. Ihre Hautfarbe verrät zwar, dass sie aus Afrika kommen, aber wir wissen in der Regel nicht, warum sie gekommen sind, was sie hier tun, wie sie hier leben und was ihre alltäglichen Probleme sind.
Zumeist sind gerade AfrikanerInnen mit Missverständnissen und Vorurteilen konfrontiert. Diese Missverständnisse, Vorurteile, Ängste und Feindbilder, die übrigens auf beiden Seiten entstehen und das Zusammenleben erschweren, müssen ausgeräumt werden. Verstehen ist in diesem Zusammenhang die Voraussetzung für Akzeptanz und Anerkennung.
In diesem Sinn freut es mich, dass am Donnerstag, dem 6. November 2008 die Veranstaltung „Afrika hautnah“ in Kooperation der Bezirksvorstehung Ottakring mit Radio Afrika TV im „Restaurant Emotan“ stattfinden wird. Nur, indem wir offen und gemeinsam über bestehende Vorurteile und Probleme sprechen und Lösungen suchen, werden wir diese ausräumen können!
Franz Prokop, Bezirksvorsteher von Ottakring
Aus der Druckausgabe Tribüne Afrikas Nr.5/2008
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