Afrika Hautnah: Zukunftsperspektiven schaffen und dem Beispiel des Nachbarschaftszentrum folgen

Dez 5th, 2008 | By | Category: Afrika Hautnah, Diskussionen

Dass es schwierig ist, gegen die Angstmache der FPÖ anzukämpfen, sind sich alle einig, aber auch dass es sich lohnt. Aus diesem Grund setzten sich VertreterInnen von Parteien, lokalen öffentlichen Institutionen und der afrikanischen Community am 20. November 2008 im Rahmen des Projekts „Afrika Hautnah“ zusammen, um Vorurteile abzubauen und einen Schritt aufeinander zuzumachen.

Afrikanische Partizipation im Bezirk
„Warum gibt es keine Afrikaner in öffentlichen Institutionen?“, möchte Moderator Alexis Neuberg von Radio Afrika TV wissen. So ganz stimmt das nicht. Obgleich es mehrheitlich keine afrikanische Teilnahme gibt, existieren durchaus ein paar Ausnahmen. Politisches Engagement zeigte eine Afrikanerin in der SPÖ und in der SJ wirken auch gegenwärtig ein paar mit. Ein Afrikaner bekennt sich als Mitglied der Grünen, fühlt sich jedoch nicht gehört. Das Nachbarschaftszentrum freut sich über die internationale Partizipation an ihren Angeboten (Eltern-Kind-Runden, Beratungen, gratis Deutschkurse etc.), obgleich Menschen afrikanischer Herkunft noch unterrepräsentiert sind. Die Volkshochschule verzeichnet als einziges eine hohe Beteilung von AfrikanerInnen an Deutschkursen, deren hohen Kosten meist von Vereinen wie dem Integrationshaus übernommen werden. Salchegger lädt herzlich afrikanische Geschäftsleute zum Mitmachen im Projekt „Lebendige Straßen“ ein.

Gründe für das Nicht-Mitmachen
Die Gründe für das Nicht-Mitmachen sind vielfältig. Zum einem fehlt es am politischen Interesse, weil es die eigene Situation (Asylwerber-Status) nicht erlaubt oder weil man sich zuerst neu orientieren muss und Schritt für Schritt einbinden muss. Manchen erlaubt es das Zeitmanagement nicht, da sie arbeiten müssen. Bezirksrat Novotny (SPÖ) sieht den Grund für die allgemein spärliche Mitarbeit in Parteien im langen Weg, der aufgrund des großen Wettbewerbs in die Politik führt. Von afrikanischer Seite wird die Desinformation betont. Voraussetzung um sich adressiert zu fühlen, wären Informationszettel und Wahlplakate in Englischer Sprache. Dies rollt die altbekannte Diskussion auf, in der das Erlernen der deutschen Sprache hervorgehoben wird. Okoro eröffnet das Dilemma, in dem sich viele AfrikanerInnen befinden: Aufgrund mangelnder beruflicher Chancen fühlen sie sich in Österreich nicht zu Hause und lernen die Sprache nicht, weil sie hier keine Zukunft sehen. Bezirksvorsteherin Dr. Isle Pfeffer fasst zusammen, dass sie im Transit (nach England) sind und daher die Notwendigkeit nicht sehen, die Sprache zu lernen.
Die Sprache zu erlernen, würde allerdings einem weiteren Grund für die Nicht-Partizipation entgegenwirken – nämlich der Angst. Kontaktängste existieren auf beiden Seiten und können durch Kommunikation abgebaut werden.

Lösungen
„Afrika Hautnah“ will nicht nur aufdecken, warum AfrikanerInnen nicht am Bezirksleben partizipieren sondern auch Lösungen dafür anbieten. Novotny (SPÖ) erläutert den Weg Angst abzubauen, im Sichtbarmachen von AfrikanerInnen (z.B. Polizisten, Straßenbahnfahrer) und sie dadurch als Normalität im alltäglichen Leben wahrzunehmen. Die Zukunft wird auch in den Schulen gesehen, die ein Sprungbrett in die Politik sein können. Unsicher ist man sich von politischer Seite, ob es erwünscht wäre, in den Vereinen parteipolitische Werbung zu machen.

Abgesehen von der Politik lädt der Sozialdemokratische Wirtschaftsfond UnternehmerInnen ein, in Interessensvertretungen mitzumachen. Das Projekt „Lebendige Straßen“ stellt sowohl das Projektlokal als Raum zur Verfügung als auch kostenlose Rechtsberatung. BV Pfeffer erinnert noch einmal an die Möglichkeiten des kulturellen Austausches über das Nachbarschaftszentrum, die Soziale Jugend, die soziale Plattform oder das Jugendamt. Zudem wünscht sie sich von der afrikanischen Community, dass sie kulturelle Angebote stellen, die auch gemeinsam geplant werden können. Okoro setzt auf Geduld und die Energie weiter zu machen und nicht aufzuhören.

Abschließend wird ein Appell an die Stadträtin gerichtet, dass die Stadt Wien mehr AfrikanerInnen bzw. sichtbare MigrantInnen in die Behörden und Ämter einstellen möge!



One comment
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  1. Vielen Dank für die Post auf die künftige Entwicklung und das Beispiel der Stadtteil Mitte mit Bezug auf die Afrika. Ich denke, afrikanischer Herkunft sind noch weit entfernt von den anderen Ländern sind sie nicht die gleichen Einrichtungen, die den anderen Ländern entwickeln genießen.

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