Erzeugerländer beraten über Kampf gegen “Blutdiamanten”
Jun 24th, 2009 | By Florian | Category: Interessantes, NEWSWindhoek - Vertreter der Diamanten-Erzeugerländer sind zu Beratungen über den Kampf gegen den Handel mit sogenannten Blutdiamanten zusammengekommen, mit denen häufig Konflikte in Afrika finanziert werden. Drei Tage lang soll bei dem Jahrestreffen in Namibias Hauptstadt Windhoek unter anderem über den Vorwurf des Diamanten-Schmuggels in Simbabwe beraten werden. Die Konferenz ist Teil des sogenannten Kimberley-Prozesses, mit dessen Hilfe die Vereinten Nationen (UNO) den Handel mit Blutdiamanten stoppen wollen.
Der Kimberley-Prozess wurde im Jahr 2000 in der gleichnamigen Bergbaustadt in Südafrika gestartet. Unter anderem sollen eindeutige Zertifikate für Rohdiamanten sicherstellen, dass keine Edelsteine aus zweifelhaften Quellen mehr auf den Weltmarkt gelangen und dass Rebellen nicht mehr mit den Erlösen Waffen kaufen.
In den 1990er Jahren hatten Blutdiamanten Schätzungen zufolge einen 15-prozentigen Anteil am Diamanten-Weltmarkt. Gelder aus diesem Handel flossen unter anderem in Konflikte in Angola, in Elfenbeinküste, der Demokratischen Republik Kongo, in Liberia und Sierra Leone. Der Kimberley-Prozess umfasst inzwischen 99,8 Prozent der weltweiten Rohdiamanten-Handels. Das Abkommen hat 49 Mitglieder, die für 75 Länder stehen – beispielsweise auch für die Europäische Union (EU).
Bei dem Treffen in Windhoek wurde das Tagungshotel für die rund 200 Delegierten weiträumig abgesperrt. Die Beratungen finden hinter verschlossenen Türen statt. Auf der Tagesordnung stehen zu Simbabwe Berichte über Diamantenschmuggel sowie Menschenrechtsverletzungen in Bergwerken. Auch aus Venezuela werden der Nichtregierungsorganisation Partnership Africa Canada (PAC) zufolge trotz eines Handels-Stopps weiter Diamanten geschmuggelt.
Quelle: Yahoo Nachrichten, AFP
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