Präsidentenwahl in der Republik Kongo
Jul 13th, 2009 | By Florian | Category: NEWSBrazzaville (AP) Ein Boykottaufruf der Opposition hat sich stellenweise einschneidend auf die Beteiligung bei der Präsidentenwahl in der Republik Kongo ausgewirkt. In einem südlichen Wahlbezirk der Hauptstadt Brazzaville gingen am Sonntag lediglich 52 der 924 Stimmberechtigten an die Urnen. In den Hochburgen von Amtsinhaber Denis Sassou-Nguesso kam es indessen zu langen Wartschlangen. Zugleich gab es Berichte über Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung.
Wahlleiter Raymond Mboulou erklärte, es habe keine Probleme gegeben, und der Boykott habe höchstens dazu geführt, dass der Präsident am Ende umso siegreicher sein werde. Gegen Sassou-Nguesso traten insgesamt zwölf Kandidaten an, was die Zersplitterung der Opposition zeigte. Sechs von ihnen, darunter der aussichtsreichste Bewerber Mathias Dzon, unterstützten den Boykottaufruf und begründeten dies mit manipulierten Wählerlisten. Derselbe Vorwurf war bereits bei der Parlamentswahl vor zwei Jahren erhoben worden.
Augenzeugen berichteten, in einem Stimmlokal hätten Schlägertrupps Wahlurnen entwendet. Die Europäische Union und Menschenrechtsgruppen äußerten Bedenken über mögliche Unregelmäßigkeiten. Die Afrikanische Union (AU) entsandte 170 Wahlbeobachter.
Sassou-Nguesso kam 1979 zum ersten Mal mit einem Putsch an die Macht. 1992 verlor er eine Präsidentenwahl, 1997 ergriff er mit Hilfe angolanischer Truppen erneut die Macht. In 2002 setzte er Verfassungsänderungen durch, mit denen die Macht des Präsidenten gestärkt wurde. Das Endergebnis der Wahl wird für kommenden Donnerstag erwartet.
Quelle: Yahoo News, AP
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