Ölfirma stimmt nach Giftmüllskandal Entschädigungen zu
Sep 21st, 2009 | By Florian | Category: NEWSLondon (AP) Drei Jahre nach dem Giftmüllskandal in der Elfenbeinküste hat sich die niederländische Ölhandelsfirma Trafigura Beheer zu Entschädigungszahlungen an die Betroffenen bereiterklärt. Wer nach dem Abladen von giftigem Müll in der Hafenstadt Abidjan über Krankheitssymptome klagte, soll rund 1.050 Euro erhalten, wie eine Trafigura-Sprecherin am Sonntag mitteilte. Wie viele Einwohner von Abidjan mit einer Zahlung rechnen können, gab Trafigura nicht bekannt. Die britische Anwaltskanzlei Leigh Day sprach von 30.000 Betroffenen.
Der Trafigura-Frachter «Probo Koala» hatte den Giftmüll aus Europa im August 2006 nach Afrika gebracht. Die Firma mit Sitz in den Niederlanden und einer Niederlassung in Großbritannien hat die rechtliche Verantwortung für das wilde Abladen in Abidjan jedoch zurückgewiesen: Dies sei von einem örtlichen Unternehmen selbstständig vorgenommen worden. Der Inhaber der ivorischen Firma wurde deswegen bereits zu 20 Jahren Haft verurteilt.
Die Aufräumarbeiten in der Elfenbeinküste hat Trafigura mit rund 150 Millionen Euro unterstützt. Das Unternehmen räumte in einer Erklärung ein, dass der Müll leichte Symptome von Grippe und Unruhe hervorrufen habe können, betonte aber zugleich, es gebe keine Hinweise, dass er für Todesfälle, Fehl- und Totgeburten oder Geburtsschäden verantwortlich gewesen sei.
Ein Giftmüllexperte der Vereinten Nationen, Okechukwu Ibeanu, erklärte jedoch, vermutlich bestehe ein Zusammenhang zwischen dem Abfall und Krankheits- und Todesfällen in Abidjan im August 2006. Nach dem Abladen des Mülls seien dort 15 Menschen gestorben und 69 ins Krankenhaus eingeliefert worden, erklärte Ibeanu in einem in der vergangenen Woche veröffentlichten Bericht an den UN-Menschenrechtsrat.
Quelle: YahooNews, AP
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