Afrika-Flüchtlinge weichen nach Lateinamerika aus

Nov 16th, 2009 | By | Category: NEWS

Mexiko, Brasilien und Argentinien nehmen immer mehr Flüchtlinge aus Afrika auf – Strenge EU-Gesetze als Ursache

Immer mehr Flüchtlinge aus dem afrikanischen Kontinent würden lateinamerikanische Länder anpeilen, da die EU eine zunehmend härtere Einwanderungspolitik fährt. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Betroffen seien nicht nur Mexiko und Guatemala, von wo aus sich viele den Absprung in die USA erhoffen, sondern zunehmend auch Argentinien und Brasilien.

Nicht immer erfolgt die Routenwahl bewusst. Flüchtlinge, die der Meinung waren, ihre Schlepper würden sie nach Europa bringen, fanden sich plötzlich in Argentinien wieder. Andere fanden den Weg über Frachtschiffe, in welchen sie sich versteckten.

Immer mehr Flüchtlinge
In Brasilien sind AfrikanerInnen mittlerweile die größte Flüchtlingsgruppe. Fast zwei Drittel aller Asylsuchenden komme aus afrikanischen Staaten, heißt es. Auch in Argentinien registriere man ein ständiges Anwachsen der Flüchtlingszahlen.

“Es ist eine Suche nach neuen Destinationen”, erklärt Carolina Podesta vom argentinischen Büro des UN-Flüchtlingshochkommissariats. Die Überfahrt nach Südamerika verlaufe unter schwierigsten, meist lebensbedrohlichen Bedingungen. Viele hätten zu wenig Wasser und nur ein paar Kekse als Proviant an Bord.

Arbeitserlaubnis
Dafür erwarten sie etwa in Argentinien weit bessere Konditionen als in EU-Staaten: Bereits kurze Zeit nach ihrer Ankunft erhalten Asylsuchende in Argentinien eine Arbeitserlaubnis, kostenlose Gesundheitsversorgung und die Möglichkeit, Spanischkurse zu besuchen.

Zwar gebe es auch hier Rassismus, berichten zwei afrikanische Flüchtlinge gegenüber Reuters. Doch dieser sei nicht so stark spürbar wie die Repression durch Gesetze in Europa, meinen die Flüchtlinge, die als Beispiel die jüngsten Sicherheitsgesetze in Italien nannten: Seit diesem Jahr ist es strafbar, in Italien illegal eingewandert zu sein oder jemanden dabei unterstützt zu haben. (red, derStandard.at, 16.11.200)

Quelle: derstandard.at



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