Riesige Umsiedlungsaktion in kenianischen Tierparks
Feb 10th, 2010 | By Florian | Category: NEWSNairobi – Im kenianischen Naturschutzpark Soysambu hat eine riesige Umsiedlungsaktion begonnen, bei der tausende Zebras und Gnus einen neuen Lebensraum bekommen und letztlich Löwen und Hyänen zum Fraß vorgesetzt werden sollen. Kurz nach Sonnenaufgang scheuchten Wildhüter mit Hubschraubern die Zebras auf und trieben sie in ein Gatter. Die Tiere wurden anschließend in Laster verladen, um sie in den Amboseli-Nationalpark zu bringen.
Dort ist nach Angaben der Wildtierbehörde KWS der Bestand an pflanzenfressenden Wildtieren durch eine sehr lange Dürrezeit im vergangenen Jahr rapide zurückgegangen. Dadurch mangelt es den dortigen Löwen und Hyänen an Beutetieren, sie griffen zuletzt zunehmend Vieh in angrenzenden Siedlungen an.
Insgesamt 7000 Zebras und Gnus sollen bis Ende Februar in den Amboseli-Nationalpark umgesiedelt werden. Davon sollen etwa tausend Tiere aus dem privat geführten Soysambu-Park am Rift Valley kommen. Die Aktion kostet umgerechnet gut eine Million Euro.
Der Amboseli-Nationalpark ist während der Trockenzeit ein wichtiger Zufluchtsort für pflanzenfressende Wildtiere. Zu Beginn der Regenzeit kehren sie in ihre angestammten Gebiete zurück. Vergangenes Jahr hätten die Tiere den Park wegen der extrem langen Trockenzeit aber nicht verlassen. Viele der Huftiere verendeten. “Mehr als 60 Prozent der Zebras und Gnus gingen diesem Ökosystem verloren”, erläuterte der KWS-Wissenschaftler Charles Musyoki. Dadurch sei in dem Park ein Ungleichgewicht zwischen Fleisch- und Pflanzenfressern entstanden, so dass Löwen und Hyänen ihren Bedarf nicht mehr mit ihren üblichen Beutetieren decken konnten, führte KWS-Sprecher Paul Udoto aus. Durch die Umsiedlungsaktion solle die Balance nun wiederhergestellt werden.
Zuletzt hatte in Kenia 2005 eine große Umsiedlungsaktion von Wildtieren stattgefunden. Bei der “größten Tier-Umsiedlungsaktion seit Noahs Arche” sollten damals 400 Elefanten aus einem überbevölkerten Park an der Küste in einen großen Tierpark im Binnenland gebracht werden. Wegen einer Dürre in der neuen Heimat wurden die Umsiedlungen allerdings gestoppt. Wildtiere gehören zu den Hauptattraktionen Kenias und locken zahlreiche Touristen an.
Quelle: YahooNews, AFP
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