Erste Frau als Staatspräsidentin in Togo?
Mrz 5th, 2010 | By admin | Category: NEWSAm 4.3.2010 wählten die Togolesen einen oder eine neue Staatspräsidentin. Mit Juristin Brigitte Kaful Adjamagbo-Johnson kandidierte erstmals eine Frau für das Amt des Staatsoberhaupts. Der Ausgang der Wahlen ist noch unklar.
Die 52 Jährige Kandidatin ist Juristin. Die Mitbegründerin der Demokratischen Konvention der Afrikanischen Völker (CDPA) wechselte Anfang der neunziger Jahre in die Politik. Sie war Generalberichterstatterin der Nationalkonferenz, welche die damalige Einheitspartei RTP nach 22-jähriger Alleinherrschaft auflöste. Als „Eiserne Lady“ ist Adjamagbo-Johnson aufgrund ihres politischen Engagements und ihrer unverblümten Worte bekannt. Ihr Ziel ist es, das togolesische Volk wieder zu einen.
Sie trat bei den Wahlen gegen sechs männliche Widersacher an. Als Favoriten galten sowohl Jean-Pierre Fabre von Union der Kräfte für einen Wandel (UFC), als auch der amtierende Staatschef Faure Gnassingbé, der eine Wiederwahl erhofft. Er ist der Sohn des ehemaligen Militärdiktators Gnassingbe Eyadema. Wenige Stunden nach dessen Tod am 5. Februar 2005 ergriff Faure Gnassingbé mit einem Militärputsch die Macht, stellte sich aber dann einer Präsidentenwahl, die er gewann. Der damaligen Wahl wurde ein massiver Betrug vorgeworfen und war gefolgt von Protesten, bei denen etwa 800 Menschen starben. Aus diesem geschichtlichen Ereignis heraus, wurde auch bei dieser Wahl Unruhen befürchtet, die sich nicht bewahrheiteten.
Ob Adjamagbo-Johnson es an die Spitze schafft, wird sich in den nächsten Tagen weisen. Einige ihrer politischen Mitstreiter sind ihr wohlgesonnen. Sie sei das beste Beispiel dafür, dass Togos Frauen in der Politik ganz vorn mitwirken wollten, so der frühere Premierminister Messan Agbeyomé Kodjo, der für die Partei OBUTS antritt. Ihr Kontrahent Jean-Pierre Fabre (UFC) warnt davor, Frauen ihres Geschlechts wegen zu wählen. „An erster Stelle müssen die Kompetenzen stehen“, betont er.
Rückhalt findet die Juristin insbesondere bei den Togolesinnen, die ihren Einsatz für die Frauenrechte hochschätzen. Adjamagbo-Johnson engagiert sich unter anderem in der Organisation Frau, Recht und Entwicklung in Afrika (WILDAF) und im Entwicklungsfonds für afrikanische Frauen (AWDF).
Das westafrikanische Togo gilt als einer der Staaten, die zunehmend Vertrauen in Frauen setzen. Dennoch sind sie bei Weitem unterrepräsentiert. Die Hälfte der Bevölkerung ist weiblich. Jedoch nur vier Frauen sind in der derzeitigen Regierung und neun Togolesinnen sind Abgeordnete.
Katharina Schleicher
Quellen:
Afrika-Bildung
Junge Welt
WKR
admin is Claudia Apfelthaler.
Email this author | All posts by admin




