Puma geht auf Safari
Mrz 5th, 2010 | By Florian | Category: NEWSKonzernchef Zeitz glaubt, dass Puma sich nicht allein auf Sportmode beschränken soll. Deshalb schlägt er in Botswana zu und kauft sich in eine Firma ein, die in Ökotourismus macht – für 20 Mio. Euro.
Der Sportartikelkonzern wird größter Aktionär bei Wilderness Holdings, einer Dachgesellschaft für Ökotourismus und Naturschutzprojekte in Afrika. Puma wird sich im Rahmen des laufenden Börsengangs von Wilderness mit 20,1 Prozent an der Firma mit Sitz in Botswana beteiligen. Dies geht aus dem Börsenprospekt hervor. Der Einstieg kostet Puma umgerechnet gut 20 Mio. Euro.
Es ist der bislang markanteste Schritt für die von Puma-Chef Jochen Zeitz jüngst angekündigte Neuausrichtung des Unternehmens. Der 46-Jährige will die mehrheitlich zum französischen PPR-Konzern gehörende Firma von einem Sportlifestyle- zu einem “ganzheitlich nachhaltigen Sportlifestyle-Unternehmen” wandeln. Dies soll durch Maßnahmen wie Initiativen für Umweltschutz, bessere Arbeitsbedingungen und Spenden untermauert werden. Puma-Chef Jochen Zeitz Zeitz hofft, dass Themen wie Nachhaltigkeit, Umwelt- und Naturschutz sowohl von den Kunden als auch von Investoren honoriert werden. Zahlreiche institutionelle Anleger wie etwa Pensionsfonds ziehen nachhaltige Unternehmensstrategien inzwischen in ihre Investitionsentscheidungen ein.
Zeitz, der sich seit Jahren bei verschiedenen Projekten in Afrika engagiert und eine Farm in Kenia hat, wird sich selbst mit einem Prozent an Wilderness beteiligen. Das vor 26 Jahren von einer Gruppe von Individualisten gegründete Unternehmen hat sich zum größten Anbieter von exklusiven Safaris in Afrika mit Luxuslodges entwickelt. Das Unternehmen ist in sieben Ländern des südlichen Afrikas tätigt, hat über 2700 Beschäftigte und gut 930 Betten. Der Umsatz im Ende Februar 2010 abgeschlossenen Geschäftsjahr lag umgerechnet bei rund 108 Mio. Euro. Puma will sich noch nicht im Detail zum Engagement bei Wilderness äußern. “Wir stellen das Konzept im Rahmen der Vorlage der Zahlen für das erste Quartal vor”, sagte am Donnerstag ein Sprecher.
Branchenkenner sehen im Puma-Wilderness-Einstieg eine weitere Vernetzung der Firma mit Naturschutz- und Afrikaprojekten. Puma-Chef Zeitz gilt als exzellenter Afrikakenner. Neben seiner Farm in Kenia engagiert er sich auch mit einer Privatstiftung in diversen Projekten für Naturschutz, Umwelt, Gesundheit und Bildung auf dem Kontinent.
Quelle: ftd.de
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