Togos Präsident Gnassingbé wiedergewählt
Mrz 8th, 2010 | By Florian | Category: NEWSIn der westafrikanischen Republik Togo ist Präsident Faure Gnassingbé nach Angaben der nationalen Wahlkommission mit knapp 61 Prozent im Amt bestätigt worden. Sein stärkster Herausforderer, Jean-Pierre Fabre von der Oppositionspartei UFC, kam nach dem am Samstag veröffentlichten Ergebnis auf knapp 34 Prozent. In der Hauptstadt Lomé gab es zunächst heftige Proteste, nach der Festnahme zwölf Oppositioneller blieb es am Sonntag ruhig.
Gnassingbé ist seit dem Tod seines Vaters, des langjährigen Präsidenten Gnassingbé Eyadéma, im Februar 2005 im Amt. Er wurde damals vom Militär eingesetzt, am 24. April 2005 aber durch Wahlen an der Macht bestätigt. Nach den damaligen Wahlen gab es heftige Proteste der Opposition, in deren Verlauf nach Einschätzung der UNO bis zu 500 Menschen getötet wurden.
Im Vergleich dazu verliefen die Proteste an diesem Wochenende eher glimpflich. Sondereinheiten der Polizei trieben am Samstag mit Tränengas eine Demonstration der Opposition auseinander, an der sich auch Fabre beteiligt hatte. Sondereinsatzkräfte in Kampfuniformen errichteten Barrikaden an strategisch wichtigen Punkten. Bis zum Sonntag gab es zwölf bestätigte Festnahmen, darunter zwei Führungsmitglieder der Jugendbewegung von Fabres Union der Kräfte des Wechsels (UFC).
Die Wahlkommission erklärte, Gnassingbé habe mehr als 1,24 Millionen Stimmen erhalten, Fabre kam demnach auf gut 690.000 Stimmen. Die übrigen fünf Kandidaten waren weit abgeschlagen. Wahlbeobachter der Europäischen Union kritisierten den Ablauf der Wahl als nicht transparent. In einer Erklärung hieß es, da es keine Möglichkeit zur Überprüfung der Stimmzettel gegeben habe, sei Misstrauen angebracht. Auch Wahlbeobachter der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS monierten, es habe Unregelmäßigkeiten gegeben.
Gnassingbés Sammlungsbewegung des Togoischen Volkes (RPT) ist seit der Gründung durch Gnassingbés Vater im Jahr 1969 an der Macht. Der 43-jährige Staatschef räumte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP Mitte Februar ein, dass es seit seinem Amtsantritt vor fünf Jahren ein “Legitimitätsproblem” gebe, das er durch die Neuwahl überwinden wolle.
Fabre und die UFC-Führung bestritten die Gültigkeit des Wahlgangs. “Wir erkennen dieses Ergebnis nicht an und werden kämpfen”, sagte UFC-Generalsekretär Eric Dupuy. Das Vorgehen der Wahlkommission sei “illegal”, sagte Fabre.
Quelle: YahooNews, AFP
Florian is
Email this author | All posts by Florian




