UNO berät über härtere Gangart in der Elfenbeinküste
Mrz 26th, 2011 | By Florian | Category: NEWSAngesichts der Gewalt in der Elfenbeinküste hat der UN-Sicherheitsrat über einen französischen Vorstoß für eine härteren Einsatz in dem westafrikanischen Land beraten. Frankreichs UN-Botschafter Gérard Araud sagte in New York, der international nicht anerkannte Präsident Laurent Gbagbo müsse weg. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy sagte, der Beschuss der Zivilbevölkerung mit schweren Waffen sei ein “Skandal”.
Der von der früheren Kolonialmacht Frankreich eingebrachte Resolutionsentwurf verbietet den Einsatz schwerer Waffen in der Wirtschaftsmetropole Abidjan gegen Zivilisten. Um den Bann zu überwachen, soll das Mandat für die UN-Truppe in der Elfenbeinküste gestärkt werden. Außerdem sieht der Entwurf UN-Diplomaten zufolge schärfere Sanktionen gegen Vertraute Gbagbos vor, der sich weiter an der Macht hält. Als Sieger der Präsidentschaftwahl vom vergangenen November wird international der Oppositionskandidat Alassane Ouattara angesehen.
Die Lager Gbagbos und Ouattaras liefern sich seit dem Urnengang erbitterte Kämpfe, bei denen bisher mehrere hundert Menschen getötet wurden. Vor allem die Anhänger Gbagbos würden “übermäßige und tödliche Gewalt” einsetzen, beklagte UN-Menschenrechtskommissarin Navy Pillay. Der UN-Menschenrechtsrat machte am Freitag den ersten Schritt zur Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen und beschloss, eine unabhängige internationale Kommission einzusetzen.
Die in Brüssel ansässige Denkfabrik International Crisis Group (ICG) warnte vor “ethnischen Säuberungen”, sollten die Bemühungen der UNO in der Elfenbeinküste scheitern. “Der Bürgerkrieg in dem Land ist wieder aufgeflammt”, heißt es in einem offenen Brief der ICG an den UN-Sicherheitsrat. Die Blauhelmsoldaten seien derzeit nicht in der Lage, Gewalt gegen Zivilisten zu verhindern. Sexuelle Übergriffe und standrechtliche Hinrichtungen nähmen zu, Menschen würden gar bei lebendigem Leibe verbrannt.
Das Gebiet von Guiglo im Westen der Elfenbeinküste sei zu einer “rechtlosen Zone” geworden, sagte ein Sprecher des UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge in Abidjan. Hunderte liberianische Söldner würden dort “plündern, vergewaltigen und töten”. Die aus dem Nachbarland Liberia gekommenen Kämpfer wirkten als “dritte Kraft” zwischen den Einheiten der beiden Rivalen um die Präsidentschaft, fügte Jacques Franquin hinzu.
Im Norden von Abidjan griffen Ouattara-treue Rebellen mit schweren Waffen Stellungen der Armee an, wie der Generalstab der Gbagbo-treuen Einheiten mitteilte. Die Rebellen seien zurückgedrängt worden und hätten sich in Nachbardörfer zurückgezogen.
Quelle: YahooNews, AFP
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