Wirtschaft leidet unter Piraterie am Horn von Afrika
Aug 1st, 2011 | By Florian | Category: NEWSDie Piraterie rund um das Horn von Afrika bereitet immer mehr Sorgen. Denn aufgrund der Überfälle kommt die ohnehin schwache Wirtschaft in der Region zusehends zum Erliegen – was wiederum die Piraterie begünstigt. Fast 600 Seeleute sind derzeit in der Gewalt von Piraten. Entsprechend nervös sind Schiffsbesatzungen, wenn die Route ans Horn von Afrika führt. Vor Somalia traut sich klein Besatzungsmitglied auch nur an Schlaf zu denken. Rund um die Uhr wird nach Piraten Ausschau gehalten. Auch kleinere Schiffe werden immer wieder Ziel von piraten Angriffen, doch meist berlahssen die Piraten das Schiff wieder, nachdem sie der Besatzung Mobiltelefone und andere Wertsachen abgenommen haben, um ihre Kaperfahrt nach lohnenderer Beute fortzusetzen. Ein Öltanker, ein Containerschiff oder gar ein Schiff mit europäischer oder amerikanischer Besatzung lässt auf ein sehr viel lohnenderes Lösegeld hoffen.
Auch an Land sind die Folgen der Piraterie zu spüren. Pro Monat fahren etwa 30 Schiffe und ungefähr 50 kleinere Boote den Hafen an, vor ein paar Jahren waren es noch 40 bis 60 Schiffe und 60 bis 80 Boote. Die geringeren Einnahmen aus den Hafengebühren machen sich für die Wirtschaft des kleinen Landes ohne internationale Anerkennung schmerzhaft bemerkbar. Ungefähr 80 Prozent der Einnahmen des Landes stammen aus dem Hafen von Berbera. Von Berbera werden Kamele, Ziegen und Schafe in die arabischen Golfstaaten verschifft – Somaliland ist zwar vom Bürgerkrieg und der Gewalt im Süden Somalias verschont, aber bitterarm, die Arbeitslosigkeit ist mit rund 70 Prozent enorm.
Auch Kenia bekommt die Preissteigerungen durch erhöhte Schifffahrtskosten bei allen Importwaren zu spüren. Einer US-Studie des Instituts für nachhaltige Wirtschaft zufolge stiegen die Versicherungskosten der Reeder innerhalb weniger Jahre um das 40-fache.
Afrika auf der weniger gefährdeten Route am Horn von Afrika zu umfahren, ist angesichts der hohen Treibstoffpreise ebenfalls keine preiswerte Alternative. Und Sicherheit ist auch bei grosser Entfernung vom Horn von Afrika noch lange nicht garantiert – in mehreren Fällen waren Schiffe näher an Indien als an der afrikanischen Küste, als sie von somalischen Piraten im Indischen Ozean gekapert wurden.
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