Mosambik ist glücklich über die starke Metical – Währung

28 November 2011 | By | Category: NEWS2

Während viele Staaten über die Stärke ihrer Währung klagen, ist die Regierung in Mosambik “glücklich” darüber. Um satte 21,5 Prozent stieg der Metical zum Dollar seit Jahresbeginn. Die Ex-Kolonialmacht Portugal dürfte nicht nur deshalb neidisch sein.

Der Metical ist dabei nicht nur einfach stark, die Währung des Landes zwischen Tansania, Sambia und Südafrika ist mit einem Plus von 21,5 Prozent zum Dollar seit Jahresbeginn die zweitstärkste Währung der Welt. Lediglich der Kina aus Papua-Neuguinea konnte mit 23,2 Prozent mehr zulegen. Etabliertes Geld aus westlichen Industriestaaten kommt da nicht hinterher: Der Yen bringt es auf 5,3 Prozent, der Schweizer Franken auf 2,1 Prozent.

Es ist vor allem die hohe Nachfrage nach Rohstoffen und eine florierende Wirtschaft die den Metical zu einer der solch starken Währung gemacht haben. Der Rohstoffreichtum Mosambiks hat bereits zahlreiche Konzerne aus aller Welt angelockt, wie etwa Rio Tinto aus Australien, Nippon Steel aus Japan, Vale aus Brasilien und Posco aus Südkorea. Wegen der starken Nachfrage nach Kohle aus Mosambik hat Vale erst in dieser Woche angekündigt, weitere rund 4,5 Mrd. Euro in dem verarmten und noch immer von einem 16 Jahre dauernden Bürgerkrieg gezeichneten Land zu investieren. Ein Ende dieses Booms ist nicht in Sicht: Die Kohle- und Gaslagerstätten Mosambiks gehören zu den größten der Welt.

Angefeuert von diesen zahlreichen Rohstoff-Projekten und Investitionen in die Infrastruktur dürfte die Wirtschaft des ostafrikanischen Landes im kommenden Jahr um mehr als sieben Prozent zulegen. Die ehemalige Kolonialmacht Portugal dürfte angesichts dieser Zahlen neidisch nach Südostafrika schauen. Das Land unter dem europäischen Rettungschirm ist derzeit bei seinen ehemaligen Kolonien unterwegs, um für Investitionen zu werben. In Angola war Ministerpräsident Pedro Passos Coelho schon, Mosambik dürfte angesichts der aktuellen Nachrichtenlage wahrscheinlich auch bald auf der Liste stehen. Allerdings dürfte Coelho die Anreise schwer fallen: Sämtliche Fluglinien aus dem Land stehen auf der “Schwarzen Liste” der EU und dürfen deshalb in Europa nicht landen.

Einen Trost für die stolzen Portugiesen gibt es aber dann doch. Denn immerhin ist die Note der Ratingagenturen für die Portugiesen – trotz Herabstufung durch Fitch – mit “BB+” besser als das “B” der Afrikaner. Doch nicht nur im Wirtschaftswachstum hängt Mosambik so manch etablierte Wirtschaftsnation derzeit locker ab. So mokierte sich erst kürzlich die “Wiener Zeitung” darüber, dass laut Gender Gap Report des World Economic Forums Österreich in Bezug auf Gleichstellung von Frauen gerade einmal auf Platz 34 von 135 steht – hinter Mosambik, das auf Platz 26 liegt.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag von Frank Bremser auf ftd.de



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