Lage in Senegal spitzt sich zu

5 Februar 2012 | By | Category: NEWS2

Erneut gewaltsame Proteste in der Hauptstadt Dakar gegen Präsident Wade. In neuen Ausschreitungen in Dakar kam ein Demonstrant ums Leben.

Die Proteste gegen eine dritte Amtszeit von Präsident Abdoulaye Wade im Senegal spitzen sich zu: In der Hauptstadt Dakar kam es in der Nacht auf Mittwoch erneut zu Zusammenstössen zwischen Anhängern der Opposition und Sicherheitskräften.

Wie bereits in den vergangenen Tagen waren wieder Tausende von Gegnern Wades auf die Strassen gegangen, um gegen die Entscheidung des Verfassungsgerichts zu protestieren, den 85-jährigen Amtsinhaber zum dritten Mal zur Präsidentschaftswahl Ende Februar zuzulassen. Nachdem die Demonstranten zunächst friedlich auf dem Platz des Obelisken protestierten, schritten am frühen Abend Sicherheitskräfte ein. Die aufgebrachten Oppositionsanhänger zündeten Reifen
an. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein.

Am Rande einer Demonstration kam nach Angaben aus einem Spital am Dienstagabend ein junger Mann ums Leben. Der 32-jährige Student sei kurz vor seiner Einlieferung seinen Verletzungen erlegen. Nach Angaben örtlicher Medien wurde der Mann von einem Polizeiwagen erfasst und dadurch tödlich verletzt.

Von offizieller Seite gab es zum Fall vorerst aber keine Stellungnahme. Seit vergangenem Freitag waren in Ausschreitungen in Dakar und in der nördlichen Stadt Podor bereits drei Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Mit den Protestaktionen wollen die Demonstranten erreichen, dass sich Wade, der seit dem Jahr 2000 Präsident ist, aus der am 26. Februar stattfindenden Abstimmung zurückzieht. Die Proteste richten sich auch gegen die Entscheidung des Gerichts, die Kandidatur des Weltmusikstars und Oppositionsführers Youssou N’Dour abzulehnen. Der Sänger («Seven Seconds») hatte Berufung gegen das Urteil eingelegt, die jedoch ebenfalls abgelehnt wurde. Angeblich konnte der 52-jährige Sänger nicht genügend gültige Unterschriften sammeln.

Laut 2001 verabschiedeter Verfassung sind im Senegal nur zwei Amtszeiten erlaubt. Wade argumentiert aber, dass er schon ein Jahr vor Inkrafttreten dieser Regel an die Macht gekommen ist und diese deshalb nicht für ihn gilt.

Zur Demonstration in Dakar hatte die Bewegung vom 23. Juni (M23) aufgerufen. In diesem Bündnis sind mehrere Oppositionsparteien und zivilgesellschaftliche Verbände organisiert, die ein neues Mandat für Wade ablehnen. Einer ihrer führenden Vertreter, der Präsidentschaftskandidat Moustapha Niasse, sagte am Dienstag, die Opposition des westafrikanischen Landes werde den Urnengang am 26. Februar nicht boykottieren.

Quelle: nzz.ch



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