Senegal entscheidet in Stichwahl über neuen Staatschef

5 March 2012 | By | Category: NEWS1

Im Senegal entscheidet eine Stichwahl über den künftigen Staatschef. Wie die Nationale Wahlkommission in Dakar mitteilte, erzielte Staatschef Abdoulaye Wade in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am Sonntag mit 34,8 Prozent zwar die meisten Stimmen, verfehlte aber klar die absolute Mehrheit. Er muss nun gegen Ex-Premierminister Macky Sall antreten, der auf 26,6 Prozent der Stimmen kam.

Beim ersten Durchgang am Sonntag hatte der 85-jährige Wade gegen 13 Konkurrenten für eine dritte Amtszeit kandidiert. Auf dem dritten Platz landete mit Moustapha Niasse ebenfalls ein Ex-Regierungschef, der einst unter Wade diente. Er erzielte 13,2 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag laut der Wahlkommission bei knapp 52 Prozent und damit deutlich niedriger als bei der Präsidentschaftswahl 2007 mit rund 70 Prozent.

Als wahrscheinlicher Termin für die Stichwahl gilt der 18. März. Wade hatte bereits am Montag angedeutet, dass er mit einer Stichwahl rechnete. Für ihn wird es nun eng. Es wird damit gerechnet, dass Wade seinen Stimmenanteil in der Stichwahl kaum ausbauen kann, es sei denn, er kann eine große Zahl von Nicht-Wählern mobilisieren.

Sall dagegen kann damit rechnen, dass sich die meisten im ersten Durchgang ausgeschiedenen Kandidaten für ihn aussprechen werden. Die meisten Kandidaten gehörten wie er dem Oppositionsbündnis Bewegung vom 23. Juni, M23, an.
Am Donnerstag stellte sich auch der weltbekannte senegalesische Sänger Youssou N’Dour hinter Sall. Der Weltmusik-Star, der ursprünglich selbst kandidieren wollte und von dem Urnengang ausgeschlossen worden war, sagte nach einem Treffen mit Sall: “Der Wandel ist schon da, wir müssen ihn nur noch in die Tat umsetzen.” Im ersten Wahlgang hätten sich fast 70 Prozent der Wähler gegen Wade ausgesprochen. Als Gegenleistung für N’Dours Wahlempfehlung will Sall den Angaben zufolge verschiedene Forderungen des Grammy-Gewinners erfüllen.

Im Vorfeld der Wahl hatte es massive Proteste gegen Wade gegeben. Nach Ansicht der Opposition darf Wade sich gemäß der Verfassung nicht um eine dritte Amtszeit bewerben. Wade selbst hält seine Kandidatur aber für rechtmäßig. Auch das Verfassungsgericht des Landes wies Ende Januar Einsprüche gegen die erneute Kandidatur zurück.

Quelle: AFP



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