Was tun, wenn man aus dem eigenen Land vertrieben wird?

28 November 2016 | By | Category: News

Flüchtlingsproblematik stellt Europa auf eine Probe. Doch gibt es neben den Flüchtlingen noch eine weitere globale Herausforderung: Binnenflüchtlinge. 

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Vertriebene per Region, Quelle: nrc.no

Ich kann mich noch genau erinnern, wie das war als der Hype um die „Flüchtlings Kriese“ im Jahre 2015 ausbrach, wie konservative Politiker die Willkommensrhetorik Merkels in Bezug auf die Flüchtlingsproblematik kritisiert haben und wie der Populismus an Zuspruch gewonnen hat. Ja, die Debatte um die Flüchtlingskriese ist dramatisch, wie uns die Medien Tag ein Tag aus wissen lassen – auch wenn die Krise in der Flüchtlingspolitik vielleicht dramatischer ist. Wovon wir in den Medien dennoch wenig zu hören bekommen, ist eine andere Problematik: Binnenflüchtlinge.

Das “Internal Displacement Monitoring Centre” (IDMC) hat im Jahre 2015 einen Bericht publiziert, der zeigt, dass die Vertreibung aus dem/im eigenen Land 38 Millionen Menschen betrifft. Ein trauriger Rekord. In der oberen Abbildung kann man die Anzahl der Binnenflüchtlinge in verschiedenen Regionen erkennen. (Zum Nachlesen <<<HIER>>> )

Was sind Binnenflüchtlinge bzw. Binnenvertriebene?
Binnenflüchtlinge oder auch Binnenvertriebene sind Menschen die auf Grund gewalttätiger Auseinandersetzungen, wie Bürgerkriegen vertrieben werden. Dennoch lösen auch Bauprojekte, Landraub und Naturkatastrophen Vertreibung aus. Problematisch ist vor allem, dass diese Menschen nicht unter die Kategorie von Flüchtlingen fallen und ihnen deshalb weniger Grundrechte zu stehen und das Hilfsangebot geringer ist.

Uganda- ein Vorbild für Europa

Die Bäcker-Ausbildung des NRC

Die Bäcker-Ausbildung des NRC, Quelle: euronews.com

Ein Land, das einige Binnenflüchtlinge aufnimmt ist Uganda. Im September hat es die eine-Millionen-Marke überschritten. Unter ihnen 200,000 Binnenflüchtige aus dem Süd Sudan, die wegen des Bürgerkriegs vertrieben worden sind. Doch anders als andere Länder, erfolgt die Unterbringung der Betroffenen nicht in Lagern, sondern vergibt Landteile und bringt die Vertriebenen in sogenannte „Settlements“, eine langfristige Unterkunft, unter. Außerdem erhalten sie eine Arbeitserlaubnis. Auch Vertriebene aus Somalia, Burundi und der demokratische Republik Kongo befinden sich zurzeit in Uganda.

In Uganda wurden einige Ausbildungsprojekte gestartet. Die Hilfsorganisation Norwegian Refugee Council (NRC) beispielsweise, veranstaltet in der Stadt Nyumanzi im Norden Ugandas einen Bäckerkurs an fünf Tagen der Woche. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist er vor allem die Hoffnung auf eine Zukunft: “Ich möchte arbeiten und meinen eigenen Laden aufmachen, damit ich mit dem Geld meine Familie ernähren kann”, wie Yarkon Alok eine der Auszubildenden gegenüber Euronews erzählt.

Von dieser fortschrittlichen (Binnen-)Flüchtlingspolitik, könnte sich Europa noch einiges abschauen…

Ein Artikel von Elena-Riccarda Hennig



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