Die Freiheit der Großen.

21 March 2018 | By | Category: Allgemein, Interessantes

Geschäft ohne Schranken.

Günther Lanier, Ouagadougou 21.3.2018.

In Subsistenzwirtschaften produzieren alle das, was sie konsumieren. Da braucht’s weder Tausch noch Kauf. Doch nicht alles kann vor Ort an- oder abgebaut werden. Und es kommt zu beruflicher Spezialisierung: Da ist eine, die widmet ihre ganze Zeit der Herstellung von dolo (Hirsebier); dort einer, der kann gut nähen, wird Schneider; einE andereR ist begabt für den Dialog mit den Geistern, wird PriesterIn oder HeilerIn. So entstehen für das Stillen von Bedürfnissen jenseits der eigenen Produktion lokale Märkte, die dann zum Beispiel alle drei, oder fünf, oder sieben Tage stattfinden. In der Ökonomie von Gesellschaften, wo die Subsistenz dominiert, sind das eher marginale Orte. Mit ihrer geringen wirtschaftlichen Wichtigkeit kontrastiert jedoch ihre oft erhebliche soziale Bedeutung, erweitern sie doch das Netz der Kommunikation über die unmittelbare Nachbarschaft hinaus[1].

Markt in der Gegend von Méguet Nov. oder Dez.2002 sw [2]

Doch wenn in weiten Teilen Afrikas auch die Subsistenzwirtschaft dominierte – und in ländlichen Gegenden zum Teil noch heute überwiegt oder zumindest einen wesentlichen Anteil hat – so gab es “seit jeher“ auch Fernhandel. Paradigmatisch der Trans-Sahara-Handel. Vor mehreren tausend Jahren noch war die Sahara keine Wüste, da war ihre Durchquerung wenig besonders – doch auch ihr Austrocknen hat den menschlichen und kommerziellen Kontakt alles andere als beendet. Schwarzafrika blieb Weißafrika und somit dem mediterranen Raum verbunden – was später das Meer bot, war damals die Weite des Sand- und Stein-Meeres. Nicht umsonst heißt der an die Sahara im Süden anschließende, Afrika von West nach Ost durchquerende Streifen “Sahel“, auf Arabisch das “Ufer“. Und Inbegriff früherer Reiseerleichterung war das Kamel, auch Wüstenschiff genannt.

Kamel Fanka Nov.2003 Original sw [3]

Kurzer Exkurs zu den Sahara-Schiffen

Interessanterweise sind Kamele in Afrika generell und daher auch in der Sahara nicht heimisch. Erst eine Ironie der Geschichte brachte sie in diese Weltgegend: Das römische Reich “importierte“ sie nach Nordafrika für seine Truppen, unter Hadrian dürfte das erstmals in relevantem Ausmaß passiert sein, zu Beginn des 2. Jahrhunderts der christlichen Zeitrechnung. Die resultierende Überlegenheit seiner Soldaten dauerte jedoch nicht lange, eigneten sich ihre einheimischen Gegner die logistische Innovation doch schnell an – und die erwies sich als sehr viel tauglicher für ihre mobile und versatile Kriegsführung als für die der deutlich behäbigeren römischen Armee.

So wie die Mangos, die ursprünglich aus der Gegend des heutigen Pakistan stammen, ihre wahre Entfaltung erst auf dem afrikanischen Kontinent erreicht haben und hier zur Höchstform aufgelaufen sind, so passierte es auch mit den Dromedaren, den einhöckrigen, für die Sahara typischen Kamelen, die den EselInnen der früheren Karawanen einen guten Teil der durch die Wüste zu transportierenden Lasten abnahmen[4]. Hier haben nicht zuletzt Merkel und Kurz und Macron und KonsortInnen etwas zu lernen: Fremdes zu integrieren ist bereichernd – waffenstarre Trutzburgen[5] gegen MigrantInnen[6] sind Schwachsinn.

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Nah und fern und global

Nun hab‘ ich freilich nichts gegen afrikanische Märkte – was hätten denn TouristInnen zu fotografieren, wenn nicht das bunte Treiben auf den Märkten? – und auch berufliche Spezialisierung ermöglicht sicher die wirtschaftliche Höherentwicklung, wie es Adam Smith ja vorgedacht hat. Es besteht auch keine Naturnotwendigkeit, dass aus solchen mit Märkten ausgestatteten Gesellschaften dann kapitalistische Marktwirtschaften werden, wo es zwar kaum mehr Märkte (außer sie sind Super-) gibt, aber Schacher und Abzocken und Angebot und Nachfrage allgegenwärtig sind.

Hier sei nur kurz angemerkt, dass Fernhandel tendenziell Luxusbedürfnisse befriedigt, somit eher Wohlhabende serviciert. Es gibt Ausnahmen, Salz zum Beispiel, aber die mit den großen Distanzen entstehenden Kosten machen die betreffenden Güter für Arme meist unerschwinglich.

Mit der Unterwerfung durch die Kolonialherren wurde den eroberten Landen eine weitreichende, ja umwerfende Änderung aufgezwungen: die Monetisierung. Zwar hatte es bestimmte Arten von Geld schon vorher gegeben, zum Beispiel Kaurimuscheln, aber deren rituelle Bedeutung übertraf bei weitem die wirtschaftliche. Das koloniale Geld hingegen drang bis ins “hinterste Dorf“ überallhin vor. Kopf- und andere, in Geld an die fremde Administration zu bezahlende Steuern sorgten dafür, dass jedeR Geld generieren, nicht mehr nur “Güter“, sondern auch “Waren“ erzeugen musste. Wenn anfänglich auch in geringem Ausmaß, bedeutet das doch den Beginn einer Integration in einen “Markt“ im modernen, allesumfassenden, sprich marktwirtschaftlichen Sinn.

Wobei das freilich keineswegs der Sinn und Zweck der Übung war – die kolonialen Herren wollten vielmehr die neuen UntertanInnen zum Produzieren von “sinnvollen“ Produkten zwingen, d.h. marktfähigen – weil wenn einE jedeR nur für den eigenen Konsum produziert (= Subsistenzwirtschaft), dann lässt sich ja nirgends ein Mehrwert, ein Profit abpressen.

Die somit angestoßene “Entwicklung“[8] verlief mehr oder weniger erfolgreich – viele Einheimische sind an ihr verarmt, nicht wenige auch gestorben, nur wenige – darunter auch Einheimische, aber vor allem Geschäftsleute aus der Satten Welt – haben daran verdient und sind dabei “groß“ geworden. War Afrika schon immer Teil einer globalen Welt[9], so hat sich sein Einbezug ins kapitalistische Weltsystem jedenfalls deutlich verstärkt und heutzutage gibt es kaum Ausnahmen von einer sehr weitgehenden Subsumtion unter den kapitalistischen Weltmarkt. Dass Afrikas Position dabei eine untergeordnete war und blieb, ist nicht Zufall, sondern Intention.

Was ist Freihandel?

Wenn auf gehandelte Ware beim Grenzübertritt keine Zoll genannte Steuer eingehoben wird, dann nennt sich das Freihandel. Tolle Sache. Nicht? Macht die Waren ja billiger, da können wir sparen.

Doch wer verdient und wer verliert daran?

Dem Staat entgehen einmal Einnahmen. Das ist in Afrika insofern nicht ideal, als die staatliche Administration sich meist schwer tut, andere Quellen für das Eintreiben von Steuern zu finden, ist doch ein erheblicher Teil der Wirtschaft informell, geht also an offiziellen Kanälen vorbei. Aber gut – gibt es halt noch weniger Geld für Sozialausgaben, für das öffentliche Gesundheits- und Unterrichtswesen… Die Reichen, um die es überall auf der Welt geht, können sich Privatschulen und Privatkliniken leisten, oder lassen sich im Ausland medizinisch versorgen, schicken ihre Kinder an französische oder US-amerikanische Universitäten.

1280px-Zurich_Duty_Free sw c [10]

Beim Grenzübertritt nicht verzollte und somit vergleichsweise billigere Produkte haben positive Auswirkungen auf Nachfrage- und Angebotsseite. Für ausländische KonsumentInnen werden die zollfreien Produkte billiger. Für die ProduzentInnen werden durch diese Verbilligung die exportierten Produkte konkurrenzfähiger, das heisst, im Ausland wird die Nachfrage nach ihren Produkten steigen[11] und sie können ihren Umsatz und somit ihren Gewinn erhöhen.

Neben der Minderung staatlicher Einnahmen hat die Zollfreiheit aber auch Auswirkungen auf Konkurrenzprodukte: Das durch Zollfreiheit billigere (aus KonkurrentInnen-Sicht “importierte“) Produkt wird sie vom Markt verdrängen. Deren ProduzentInnen waren durch den Zoll also vor “freiem“ Wettbewerb geschützt gewesen – “Protektionismus“ ist der Oberbegriff für solche schützenden Maßnahmen, zuvorderst eben Zölle.

Beim Freihandel gibt es also GewinnerInnen und VerliererInnen.

Und auf der Makro-Ebene?

Der durch den freien Warenverkehr[12] geförderte “freie“ Wettbewerb begünstigt diejenigen ProduzentInnen, die am billigsten anbieten können[13]. Das gilt auf Mikro- und Makro-Ebene. Betrachten wir die Geschichte der Freihandelsbefürwortung, so ist leicht einsichtig, wer Interesse hat, Zölle abzuschaffen. “Schwache“ Wirtschaften schützen sich; “starke“ wollen Zölle abgebaut haben, dann können sie die Konkurrenz im “freien Wettbewerb“ niederringen oder gar eliminieren. Im 19. Jahrhundert setzte sich Großbritannien, die damals bei weitem fortgeschrittenste kapitalistische Wirtschaft, für globalen Freihandel ein. Im 20. Jahrhundert übernahmen die USA zusehends diese Vormachtstellung und daher auch das Interesse am freien Zugang zu allen Märkten. Die Dekolonialisierung passierte teils auf US-amerikanischen Druck, wollten sie den monopolartigen Zugang der Kolonialmächte doch nicht länger akzeptieren. Und auch die in der Folge ins Werk gesetzte “Globalisierung“ entsprach insbesondere den Interessen US-amerikanischer Großbetriebe.

Größe und niedrigere Produktionskosten korrelieren nicht immer, aber oft. Mit der Betriebsgröße erhöht sich tendenziell die Möglichkeit, Skalenerträge zu lukrieren. Ein weiterer wichtiger Kostenfaktor sind technologische Neuerungen – Große haben abermals einen Vorteil, sind sie doch eher in der Lage, in Forschung und Entwicklung zu investieren als Kleine.

Schließlich sind die Arbeitskosten nicht ganz vernachlässigbar. Arbeitsintensive Produktion ist aus der Satten Welt in Billiglohnländer ausgelagert worden – das passiert schon seit langem. Relativ neu sind deutsche Bemühungen, zum Billiglohnland zu werden. Einst vorbildhafter Sozialstaat und für seine Hochtechnologie bekannt, wird seit 15 Jahren unter dem Namen Hartz[14] Lohndumping betrieben. Den Arbeitskräften geht es zwar nicht mehr gut, den UnternehmerInnen aber ausgezeichnet. Und Deutschland ist neuerdings Exportweltmeister – zum Leidwesen der Konkurrenz, die nun vor der Alternative steht, auf Protektionismus zurückzugreifen (wie die USA es gerade getan haben) oder Deutschland Hartz nachzumachen (wie es Österreich und Frankreich drauf und dran sind zu tun).

Auf Seiten der Starken ist “Freihandel“ eine (nicht zuletzt ideologische) Waffe, die vor allem gegen andere gerichtet wird. Die USA oder auch die EU/Deutschland[15] können bei Bedarf relativ ungeniert Zuflucht zu Protektionismus nehmen – wer sollte es ihnen verbieten? Natürlich ist es schlecht für den Ruf, aber… Kleine hingegen können sich das nicht leisten. Weil eigentlich gibt es ja ein international abgesegnetes Regelwerk, das Freihandel vorschreibt.

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Logo der Welthandelsorganisation – auf Englisch WTO auf Französisch OMC [16]

Nach dem Zweiten Weltkrieg hieß dieses internationale Abkommen GATT – General Agreement on Tariffs and Trade. Zum weiteren Abbau von Handelshemmnissen wurde nach siebenjährigen Verhandlungen[17] am 15. April 1994 in Marrakesch, Marokko, die Welthandelsorganisation WTO (World Trade Organisation) aus der Taufe gehoben – in Kraft trat sie mit 1.1.1995. Sie verfügt über deutlich weitreichendere Kompetenzen als ihre zahnlose oder zahnarme Vorgängerin. Ländern, denen diese allgemeine Zollarmut nicht reicht, steht zusätzlich die Möglichkeit offen, noch weitergehende, bi- oder multilaterale Freihandelskommen abzuschließen.

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Um solche zusätzliche Freihandelsabkommen mit afrikanischen Staaten oder Staatengruppen[19] bemüht sich die EU seit längerem unter dem Euphemismus “Wirtschaftspartnerschaftsabkommen“[20]. Sie ist dabei glücklicherweise auf viel Widerstand gestoßen und hat sich den freien Marktzutritt trotz des vielen Drucks, den sie bei den Verhandlungen ausübt, bisher noch nicht vollständig sichern können. Aber es ist wohl nur eine Frage der Zeit[21].

Und jetzt die Afrikanische Union

Derzeit findet in der ruandischen Hauptstadt Kigali ein AU-Gipfeltreffen statt, auf dem afrikaweiter Freihandel[22]l beschlossen werden soll – bis 2028 soll dann der Kontinent genug zusammengewachsen sein[23], um einen “Gemeinsamen Markt“ zu bilden (Vorbild ist zweifellos die mächtige EU).

Doch bei allem Trara, das da rundherum gemacht wird: Ist diese gesamtafrikanische wirklich eine panafrikanische Initiative? Freilich wäre es gut, wenn es gelänge, afrikanischen Staaten auf der internationalen Bühne durch ein engeres Zusammengehen mehr Gewicht zu verleihen. Es gilt aber unverändert, was weiter oben über Große und Kleine und ihr Gewinnen oder Verlieren am Abschaffen von Marktzutrittsbarrieren steht. Auch wenn interessanterweise gerade der Riese Nigeria abermals auf der Hut ist – Präsident Muhammadu Buhari hat kurzfristig seine Teilnahme abgesagt[24], nachdem von Seiten der Gewerkschaften Widerstand laut wurde. In nicht allzu ferner Zukunft gibt es in Nigeria wieder Präsidentschaftswahlen…

Vielleicht noch wichtiger: Kann die Afrikanische Union in ihrer derzeitigen Form überhaupt ein Organ für das Durchsetzen fortschrittlicher (pan)afrikanischer Politik sein? In der Vergangenheit hat sie sich oft als Vertretung der StaatschefInnen-Interessen geriert.

Schau ma mal, (ob) was draus wird.

 

Endnoten:

[1] Wasserholen von teils weit entfernten Wasserstellen hat für die dafür zuständigen Frauen eine ähnliche Funktion, ihm mangelt jedoch die Außergewöhnlichkeit des Marktbesuchs.

[2] Markt in der Gegend von Méguet und Sorgo, etwa 90 km östlich der burkinischen Hauptstadt Ouagadougou, Foto Petra Radeschnig, Nov. od. Dez. 2002, Original färbig.

[3] Nicht mehr weit vom Sahel entfernt: in der Umgebung von Kaya, ca. 100 km nord-nord-östlich von Ouagadougou. Foto Petra Radeschnig, Nov.2003.

[4] EuropäerInnen bietet der hoch auf seinem Kamel thronende verschleierte Tuareg zudem ein Sehnsuchtsbild sondergleichen – genügsam, unerreichbar, unabhängig. Die Pariser Wertschätzung der Tuareg (vor allem im Vergleich zu den “SchwarzafrikanerInnen“ – da spielt freilich Rassismus eine wichtige Rolle) dürfte auch bei der rezenten Mali-Krise von Bedeutung gewesen sein, hatten die französischen Kolonialherren zur Zeit der afrikanischen Unabhängigkeiten doch vage Pläne eines Tuareg-Staates gewälzt. Aus diesen Plänen wurde zwar nichts, doch waren Begierden geweckt. Nicht nur in Mali gibt es seit langem Unabhängigkeitsbestrebungen.

[5] Dass Paris nicht daran denkt, seine militärischen Vorposten auf dem afrikanischen Kontinent zu räumen, macht der Generalstabschef François Lecointre vor einigen Tagen klar – die französischen Truppen seien “auf Dauer“ im Sahel stationiert. Siehe AFP, La France au Sahel, “une opération de longue durée”, 16.3.2018 um 9h19.

[6] Freilich werden nicht nur militärische Mittel eingesetzt – siehe das rezente Treffen in Niamey, der Hauptstadt Nigers, wo Innen- und AußenministerInnen von neun afrikanischen und drei europäischen Ländern am 16. März eine insbesondere von Paris bejubelte historische (weil erste) konzertierte Erklärung gegen Menschenhandel – also gegen die Migration Richtung Europa – abgaben. Bei der Gelegenheit wurde das im Niger errichtete Migrationsabwehr-Dispositiv als vorbildhaft und nachahmenswert hingestellt. Siehe z.B. AFP, Immigration: Collomb invite les pays africains à s’inspirer du Niger, Niamey 16.3.2018 um 18h01.

[7] Avdat, einst die größte Stadt im israelischen Negev: Metallskulpturen (Karawane), Foto: Mboesch 2.5.2014, zugeschnitten und in schwarz-weiß transformiert: GL, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Avdat-karawane.JPG

[8] Das Ausmaß meiner Vereinfachungen ist freilich völlig unzulässig. U.v.a.m. gibt es beträchtliche Unterschiede, wo es sich um SiedlerInnen-Kolonien handelt.

[9] Für Ostafrika spielte der Indische Ozean eine ähnliche Rolle wie für Westafrika die Sahara. Vor der kolonialen Landnahme machte der atlantische Dreieckshandel (afrikanische SklavInnen für Amerika) den Kontinent zum Teil des globalen Systems.

[10] Duty-free-Geschäft am Flughafen Zürich-Kloten, Foto: Pakeha, 26.8.2017, zugeschnitten und auf schwarz-weiß transformiert: GL, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Zurich_Duty_Free.jpg.

[11] Eine ähnliche Wirkung wie eine Abwertung der Landeswährung. Überbewertete Währungen – wie zum Beispiel der Franc CFA – benachteiligen Exportprodukte während Importe konkurrenzfähiger werden.

[12] Anlässlich der Einrichtung moderner Staatsgebilde wurden interne Gebühren wie z.B. Wegzölle eliminiert. In Kriegszeiten können sie wiederauftauchen – siehe z.B. den Bürgerkrieg in der Côte d’Ivoire, wo lokale Kriegsherren derart ihre “Steuern“ eintrieben.

[13] Theoretisch sind das die, die am billigsten produzieren. Finanzkräftige AnbieterInnen können jedoch Dumping betreiben, d.h. eine Zeit lang künstlich niedrige Preise verlangen – um ihre Konkurrenz aus dem Markt zu drängen. Nach der Eroberung des Marktes können sie ev. Monopolpreise verlangen, also besonders hohe Profite einstreichen.

[14] Hartz I bis IV traten zwischen 1.1.2003 und 1.2.2006 in Kraft. Die Vorschläge dazu kamen von der von Peter Hartz geleiteten Kommission für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt.

[15] Siehe insbesondere German Foreign Policy, Protektionismus made in Germany, Berlin/Beijing 20.03.2018, https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7567/. Die von der EU auf 27 chinesische Produkte erhobenen Strafzölle betrugen im Schnitt 45,6%. Dem deutschen Süßstoffhersteller Celanese gelang es, seine einzige, eine chinesische Konkurrenz mit 126% Strafzoll belegen zu lassen.

[16] Englisch World Trade Organisation/WTO, Französisch Organisation Mondiale du Commerce/ OMC. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Logo_WTO-OMC.svg.

[17] Die sogenannte Uruguay-Runde.

[18] Welthandelsorganisations(WTO)mitglieder sind dunkelgrün, EU- und somit WTO-Mitglieder hellgrün, blau sind Länder mit Beobachterstatus, graue Länder interagieren nicht offiziell mit der WTO, Karte: Muso 1.10.2011, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:World_Trade_Organization_Members.svg.

[19] Zum Beispiel mit der ECOWAS, der Economic Community of West African States (auf Französisch CEDEAO/Communauté économique des États de l’Afrique de l’Ouest). Für eine EU-Perspektive darauf siehe z.B. http://trade.ec.europa.eu/doclib/docs/2014/july/tradoc_152694.pdf

[20] Auf Englisch “Economic Partnership Agreement/EPA”.

[21] Unter dem EU-ECOWAS-Partnerschaftsabkommen fehlen laut http://www.epa.ecowas.int/?lang=fr nur mehr die Unterschriften von Gambia, Nigeria und Mauretanien – wenn mit Nigeria da auch das ökonomische Schwergewicht der ECOWAS dabei ist. Mit Stand gestern wurde keines der regionalen EPAs bisher von allen Mitgliedern des jeweiligen regionalen Blocks unterzeichnet – siehe Tom Kirk, EU-Africa Trade Relations: Why Africa needs the Economic Partnership Agreements, Global Policy 20.3.2018, https://globalpolicyjournal.com/blog/20/03/2018/eu-africa-trade-relations-why-africa-needs-economic-partnership-agreements.

[22] AfCFTA: African Continental Free Trade Area – auf Französisch ZLEC: Zone de libre-échange continentale.

[23] Der Freihandel allein wird das nicht schaffen – derzeit werden nur 16% des Außenhandels des Kontinents von afrikanischen Ländern untereinander abgewickelt. Siehe Chris Stein, L’UA bâtit les fondations d’une zone de libre-échange continentale, Addis Abeba (AFP) 19.3.2018.

[24] Dass auch Ugandas Staatschef Yoweri Museveni seine Teilnahme kurzfristig abgesagt hat, dürfte eher auf Spannungen mit Ruandas Präsident Paul Kagame zurückzuführen sein. Siehe Wanyama wa Chebusiri, Museveni snubs free trade summit in Rwanda, BBC Africa 19.3.2018 um 12h13.

 



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