Kurukan Fuga.

19 September 2018 | By | Category: Allgemein, Interessantes

Geburt eines Riesenreiches.

Günther Lanier, Ouagadougou 19.9.2018[1].

Mali ist überreich an Geschichte. Vor allem der Handel mit Gold und SklavInnen sorgte für die materielle Basis. Vielleicht schon ab dem 4., spätestens jedoch ab dem 8. Jahrhundert herrschte hier der “reichste König der Welt“ – seine Hunde sollen goldene Glocken getragen haben[2] – über das historische Ghana. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts zerfiel das Ghana-Reich allerdings schon wieder, wahrscheinlich ausgelöst durch die Expansion der Almoraviden aus dem heutigen Mauretanien. Es folgte eine chaotische Zeit, in der niemand sicher war vor Überfällen und Versklavung.

 [3]

Dann kam Soundiata Keïta, der 1236 das historische Mali-Imperium gründete – es ging aus dem Kangaba-Reich hervor. Unter Kanga Mussa[4] erreichte es Anfang des 14. Jahrhunderts seine größte Ausdehnung. Doch schon bald darauf folgte sein Niedergang. Das folgende dritte Großreich war das Reich der Songhai, auch dieses riesig, seine Hauptstadt war Gao im Osten des modernen Mali. Das Songhai-Reich fiel 1591 der Eroberung durch die Saadier aus dem heutigen Marokko zum Opfer.

 [5]

In der Kurukan-Ebene in der Gemeinde Kangaba[6], den Niger von Bamako stromaufwärts, nicht mehr weit von der Grenze Guineas, wurde 1236 von Soundiata Keïta die “Charta von Kurukan Fuka“ verkündet. Ein Jahr war das nach dem entscheidenden Sieg des Malinke-Chefs Soundiata über den Sosso-König Soumaoro Kanté in der Schlacht von Kirina, die im Soundiata-Epos[7] besungen wird.

2009 wurde dieser Kurukan Fuka-Charta quasi offiziell von der Unesco beschienen, dass sie wichtig ist oder war – da wurde sie in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen[8]. Diese Charta des Reichsgründers Soundiata trägt zum einen Züge einer Verfassung, sie will das alltägliche Zusammenleben regeln und ist andererseits in Teilen auch so etwas wie eine frühe Erklärung von Menschenrechten[9].

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  1. Die Gesellschaft des Großen Mandé[11] ist unterteilt in 16 Clans von Köcherträgern[12], 5 Marabout-Clans, 4 nyamakala-Clans und Sklaven.
  2. Die Marabout-Clans sind unsere Meister und unsere Unterweiser im Islam. Alle schulden ihnen Respekt und Ehrerbietung.
  3. Die nyamakalas sind verpflichtet, ihren Herren die Wahrheit zu sagen, sie zu beraten und mit dem Wort im ganzen Reich die geltenden Regeln und die errichtete Ordnung zu verteidigen[13].
  4. Die Gesellschaft ist in Altersklassen unterteilt. Innerhalb von drei Jahren Geborene, Männer oder Frauen, gehören derselben Altersklasse an. Mitglieder der Zwischenklassen, zwischen den Alten und den Jungen, sind bei wichtigen, die Gesellschaft betreffenden Entscheidungen, beizuziehen.
  5. Jeder hat das Recht auf Leben und auf den Erhalt seiner körperlichen Unversehrtheit. Daher wird jeder, der seinem Nächsten nach dem Leben trachtet, mit dem Tod bestraft.
  6. Um den Kampf um Wohlstand zu gewinnen, wird ein System allgemeiner Überwachung eingerichtet um Faulheit und Müßigkeit zu bekämpfen.
  7. Innerhalb der Mandé-Bevölkerung werden die sanankunya (Scherzverwandtschaft) und die tanamannyonya (Blutsbrüderschaft[14]) eingeführt. Als Folge davon darf keine Auseinandersetzung, die zwischen unterschiedlichen Gruppen entsteht, ausarten, der Respekt vor dem Anderen ist die Regel. Zwischen Schwägern und Schwägerinnen und zwischen Großeltern und Enkelkindern herrschen Toleranz und Schabernack.
  8. Die Keïta-Familie ist für das Reich als Herrscherfamilie ausersehen.
  9. Die Kindererziehung ist Sache der ganzen Gesellschaft. Die Vaterrolle ist daher von allen wahrzunehmen.
  10. Wünschen wir uns gegenseitig Beileid.
  11. Wenn Deine Frau oder Dein Kind zum Nachbarn flieht, dann verfolg’ es nicht bis zu ihm[15].
  12. Die Erbordnung ist patrilinear. Gebt die Macht niemals an einen Sohn, solange einer seiner Väter[16] lebt. Gebt keinem Jüngeren die Macht, nur weil er reich ist[17].
  13. Beleidige niemals die nyaras[18].
  14. Beleidige niemals die Frauen, unsere Mütter.
  15. Erhebe niemals die Hand gegen eine verheiratete Frau, bevor Du nicht erfolglos versucht hast, ihren Mann zum Intervenieren zu bringen.
  16. Jenseits ihrer alltäglichen Pflichten, müssen die Frauen an unserem Verwalten und Regieren beteiligt werden.
  17. Lügen, die 40 Jahre lang überlebt haben, müssen für Wahrheiten genommen werden.
  18. Respektieren wir das Recht der Älteren.
  19. Jeder Mann hat zwei Schwiegereltern: die Eltern des Mädchens, das er nicht bekommen hat und das ohne Zwang gegebene Wort. Ihnen schuldet man Respekt und Ehrerbietung.
  20. Misshandelt nicht die Sklaven. Man ist Herr des Sklaven und nicht des Sackes, den er trägt[19].
  21. Begehrt nicht die Frauen des Chefs, des Nachbarn, des Marabouts, des Priesters, des Freundes und des Verbündeten.
  22. Eitelkeit ist das Zeichen von Schwäche und Demut das Zeichen von Größe.
  23. Verratet Euch niemals gegenseitig. Haltet Euer Wort[20].
  24. Begeht im Mandé niemals Unrecht an Fremden.
  25. Gesandte riskieren im Mandé nichts.
  26. Der zur Obhut anvertraute Stier darf nicht die Herde führen[21].
  27. Das junge Mädchen kann verheiratet werden, sobald es geschlechtsreif ist.
  28. Der junge Mann kann heiraten, sobald er 20 ist.
  29. Der Brautpreis beträgt drei Rinder: eines für die Braut, eines für den Brautvater, eines für die Brautmutter.
  30. Im Mandé ist die Scheidung in folgenden Fällen erlaubt: Impotenz des Mannes, Verrücktheit eines der Ehepartner, Unfähigkeit des Ehemannes, den aus der Ehe entstehenden Verpflichtungen[22] nachzukommen. Die Scheidung muss außerhalb des Dorfes[23] ausgesprochen werden.
  31. Helfen wir denen, die der Hilfe bedürfen.
  32. Eigentum kann auf fünf verschiedene Arten erworben werden: durch Kauf, als Geschenk, durch Tausch, durch Arbeit und als Erbe. Gibt es keine Zeugen, so ist jede andere Art hinfällig.
  33. Eigentümerloses Fundgut wird erst nach vier Jahren Gemeinschaftseigentum.
  34. Das vierte Kalb einer zur Obhut anvertrauten Kuh gehört dem Hüter. Ein Ei von vieren gehört dem Hüter einer Legehenne.
  35. Ein Rind ist gegen vier Schafe oder vier Ziegen zu tauschen.
  36. Seinen Hunger in einem Feld stillen ist kein Diebstahl, solange man nichts im Beutel oder in den Taschen mitnimmt.
  37. Fakombè wird zum Chef der Jäger ernannt.
  38. Bevor Du ein Buschfeuer anzündest, schau’ nicht auf den Boden, sondern schau’ zu den Baumwipfeln, ob sie nicht Früchte oder Blüten tragen.
  39. Haustiere müssen in der Zeit der Feldarbeiten angebunden und nach der Ernte freigelassen werden. Für Hunde, Katzen, Enten und Geflügel gilt das nicht.
  40. Respektiere die Verwandtschaft, die Ehe und die Nachbarschaft.
  41. Man darf den Feind töten, ihn aber nicht erniedrigen.
  42. Begnügt Euch bei den großen Versammlungen mit Euren rechtmäßigen Vertretern.
  43. Balla Fassèkè Kouyaté wird zum Großen Zeremonienmeister und Hauptmediator des Mandé ernannt. Er darf mit allen scherzen, zuallererst mit der Königsfamilie.
  44. Alle diejenigen, die diese Regeln verletzen, werden bestraft. Ein jeder ist verpflichtet, über ihrer Einhaltung zu wachen.

 [24]

Interessant?

Vor bald 800 Jahren war das. Zufälligerweise ungefähr um dieselbe Zeit wie die Magna Charta in England[25]. Freilich darf uns das in beiden Fällen verwendete Wort “Charta“ nicht täuschen – die beiden “Verfassungen“ sind in vielem gar nicht verwandt: So dekretiert in Kurukan Fuga der Herrscher, wie er sich sein Reich vorstellt, während die Magna Charta seinem englischen Pendant von den Untergebenen abgerungen wurde. Andererseits regelt die Magna Charta ursprünglich[26] nur die Feudalverfassung, also das Verhältnis der Adeligen zum König, während die Kurukan Fuga-Charta für alle gilt, bis hin zu den SklavInnen.

 [27]

Der Hauptunterschied ist jedoch ein anderer. Die Magna Charta wurde beim Redigieren niedergeschrieben. Die Kurukan Fuga-Charta wurde erst im 20. Jahrhundert verschriftlicht.

HistorikerInnen tun sich schwer mit mündlichen Quellen, öffnen sie doch nachträglichen Veränderungen Tür und Tor. Und wunderbarerweise gibt es von der Mandé-Charta mehrere Versionen – darunter zwei besonders bekannte, die von mir übersetzte Version und eine auch als “Schwur der Jäger“[28] bezeichnete ältere Fassung, der die Unesco undemokratischerweise den Vorzug zu geben scheint[29]. Denn die von mir übersetzte Version ist aus einem großen griot-Treffen hervorgegangen, das 1998 vom 3. bis 12. März in Kankan (Guinea) veranstaltet wurde, eine Konsensversion, auf die sich die Anwesenden dort geeinigt haben[30].

Aber der Konsens heißt natürlich mitnichten, dass diese Fassung der “historischen Wahrheit“ näher ist als andere Versionen, zum Beispiel der erwähnte “serment des chasseurs“ (Schwur der Jäger).

 [31]

Wenn auch die Männer in der Regel die bei weitem berühmteren sind, so gibt es freilich auch griottes – weibliche griots.

Und wenn ich schon beim Thema bin: Menschenrechte mag die Kurukan Fuga-Charta ja wichtige enthalten, aber was Frauenrechte betrifft, ist sie überaus schwach. Der Artikel 16 erinnert nicht nur zuallererst daran, dass die Frauen vor allem zu arbeiten haben (“Jenseits ihrer alltäglichen Pflichten (…)“), er bringt mit dem Possessivpronomen, dem “unser“ vor dem Regieren/Verwalten auch klar zum Ausdruck, wie sehr die Frauen der Gesellschaft nur in zweiter Linie angehören (“Jenseits ihrer alltäglichen Pflichten müssen die Frauen an unserem Verwalten und Regieren beteiligt werden“). Ganz zu schweigen davon, dass sie laut Artikel 15 von ihren Ehemännern geschlagen werden dürfen – und sogar von fremden Männern, wenn der Ehemann im Fall ehefraulicher Verfehlung seiner Pflicht zur körperlichen Züchtigung nicht selbst nachkommt.

 [32]

Vergessen wir ob aller Kritik[33] an solch langvergangenen und trotzdem zum Teil noch aktuellen Regeln nicht, dass sich afrikaweit die Stellung der Frauen durch die Ankunft der europäischen Kolonialherren beträchtlich verschlechtert hat.

 [34]

Endnoten:

[1] Auslöser dieses Artikels war CELTHO (Centre d’Etudes Linguistiques et Historiques par la Tradition Orale), La Charte de Kurukan Fuga. Aux sources d’une pensée politique en Afrique, 2. Ausgabe/Auflage, Conakry-Ouagadougou (SAEC-Harmattan Burkina) 2013 (1. Ausgabe/Auflage 2008). CELTO ist eine Einrichtung der Afrikanischen Union in Niamey.

[2] Laut dem arabischen Geografen Mohammed Abu l-Qasim ibn Hauqal im 10. Jhdt – siehe Geschichte Malis, https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Malis#cite_ref-44.

[3] Kurukan Fuga 1236, das Banner im Bild trägt die Inschrift “Konstituierende Versammlung des Mandé-Reiches“, Foto Morganb73 am 7.1.2010 in Siby (etwa 50km nördlich von Kangaba/Kurukan Fuka), https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Assembl%C3%A9e_constitutive_de_l%27empire_du_Mand%C3%A9.jpg

[4] Oft auch Mansa Mussa. Die Schreibweisen sind vielfältig, von Musa über Mussa zu Moussa. Ich übernehme die des wunderbaren und leider viel zu selten gezeigten österreichischen Films von Götz Hagmüller und Dietmar Graf “Die denkwürdige Wallfahrt des Kaisers Kanga Mussa von Mali nach Mekka“ aus dem Jahre 1977.

[5] Kurukan Fuga am linken Ufer des Niger und das historische Mali-Reich in seiner maximalen Ausdehnung in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, erstellt von GL auf der Basis der von Astrokey44 am 4.2.2006 ins Netz gestellten Karte: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:MALI_empire_BLANK.PNG.

[6] 11°56′ N, 8°25′ O. Hauptort der Gemeinde Benkadi und des Kreises Kangaba. Das sogenannte “Attentat von Kangaba“ von Mitte 2017 hat außer dem Namen nichts mit Kangaba zu tun – es richtete sich gegen das ökotouristische Campement de Kangaba in Yirimadio (ein Vorort von Bamako), ein vormals insbesondere unter Expats beliebter Vergnügungsort; siehe https://fr.wikipedia.org/wiki/Attentat_de_Kangaba (verübt wurde das Attentat vom Groupe de soutien à l’islam et aux musulmans; siehe https://fr.wikipedia.org/wiki/Groupe_de_soutien_%C3%A0_l%27islam_et_aux_musulmans.

[7] Von diesem gibt es mehrere Versionen. Im 20. Jhdt wurde sie von Djibril Tamsir Niane “wiederentdeckt“ und bekanntgemacht – siehe Djibril Tamsir Niane, Soundiata ou l’épopée mandingue, Paris (Présence africaine) 1960. Djibril Tamsir Niane stützte sich auf den griot Mamadou Kouyaté, nach eigenen Angaben ein Nachfahre von Soundiata Keïtas griot Balla Fasséké Kouyaté.

[8] Siehe UNESCO, La Charte du Mandén, proclamée à Kouroukan Fouga. Inscrit en 2009 (4.COM) sur la Liste représentative du patrimoine culturel immatériel de l’humanité, https://ich.unesco.org/fr/RL/la-charte-du-manden-proclamee-a-kouroukan-fouga-00290?RL=00290.

[9] Die folgenden 44 Artikel der Kurukan Fuka-Charta sind meine Übersetzung der Version in CELTHO, La Charte de Kurukan Fuga. Aux sources d’une pensée politique en Afrique, 2. Auflage, Conakry-Ouagadougou (SAEC-Harmattan Burkina) 2013, pp.39-49. Die Charta entstammt einem patriarchalen System – ich habe die männlichen Formen nicht korrigiert, habe sie nicht durch geschlechtsneutrale Formen ersetzt, habe weibliche Formen nur dort verwendet, wo sie auch im Original vorkommen.

[10] Die Kriegsherren beim historischen Treffen in Kangaba, der Riese und einzig mit Schwert Bewaffnete unter ihnen ist Soundiata Keïta selbst – ein so Großer ergreift nicht selbst das Wort, er hat seinen Sprecher, Balla Fassèkè Kouyaté (s. Artikel 43) zum Leiten der Veranstaltung, Foto Morganb73 am 7.1.2010 in Siby, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Assembl%C3%A9e_constitutive_de_l%27empire_du_Mand%C3%A9_(les_chefs_de_guerre).jpg.

[11] Mandé/Manden/Manding ist das Gebiet der Mandingue-SprecherInnnen, der insbesondere die Bambara im heutigen Mali, die Dioula in der Côte d’Ivoire und in Burkina Faso, die Mandinka im Senegal und in Gambia sowie die Maninka Guineas angehören. Die Kurukan Fuka-Charta wird auch Mandé- oder Manden-Charta genannt.

[12] Also Krieger – die, die Bogen und Pfeile tragen.

[13] Unter die nyamakalas fallen vier Gruppen: die Jélis oder griots, die Fina (Männer des Wortes wie die griots, aber ohne Musik, spezialisiert auf Mediation), die Numun (Schmiede, Juweliere, Schnitzer) und die Garanke (Lederbearbeiter und Weber).

[14] In der französischen Übersetzung geschlechtsneutral – ich habe für “pacte de sang“, also wörtliche “Blutpakt“ keine andere Übersetzung gefunden als die Blutsbrüderschaft.

[15] Aus Achtung vor dem Nachbarn sind der Frau und dem Kind ihre Vergehen zu verzeihen.

[16] “Auf afrikanisch“ sind Vaterbrüder (Onkel) auch “Väter“.

[17] Ich hoffe, hier richtig übersetzt zu haben – in der französischen Übersetzung heißt es “Ne donnez jamais le pouvoir à un mineur parce qu’il possède des biens“, also “Gebt niemals einem Minderjährigen/Jugendlichen die Macht, weil er Güter besitzt“.

[18] Hier sind zwei Untergruppen der Nyamakalas gemeint (siehe die Fußnote oben) – die Männer des Wortes, die Jélis/griots und die Fina/Mediatoren.

[19] Damit ist gemeint, dass die Sklaven ein Recht auf Privatbesitz haben, auf den der Sklaveneigentümer keinen Zugriff hat.

[20] Wörtlich aus dem Französischen übersetzt: Respektiert das Ehrenwort.

[21] Fremden dürfen keine Führungsaufgaben überlassen werden, oder erst nach langer Lehrzeit.

[22] Nahrung, Kleidung, Pflege, die ehelichen Pflichten i.e.S., Pflichten gegenüber den Schwiegereltern.

[23] Eine Scheidung ist dermaßen schwerwiegend, dass sie nicht am Wohnort ausgesprochen werden darf.

[24] Marabouts und Kastenvertreter beim historischen Treffen in Kangaba, Foto Morganb73 am 7.1.2010 in Siby, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Assembl%C3%A9e_constitutive_de_l%27empire_du_Mand%C3%A9_(d%C3%A9tail_2).jpg

[25] Die Kurukan Fuga-Charta ist entweder vor oder nach der Magna Charta entstanden, je nachdem, welche Version letzterer zum Vergleich herangezogen wird. Die ursprüngliche Fassung der Magna Charta stammt aus 1215 (Johann Ohneland), die endgültige – auch hier in der Folge abgebildete – Fassung erst aus 1297 (Eduard I).

[26] Sie wurde erst im Lauf der Zeit zu einer Art Grundgesetz des englischen Verfassungsrechts ausgeweitet.

[27] Die 1297er Version der Magna Charta, eines der vier Originale, das in der West Rotunda Gallery des National Archives Building in Washington, D.C., USA, für die Öffentlichkeit ausgestellt ist; Foto ins Netz gestellt von J.delanoy am 22.7.2009, auf Schwarz- weiß transformiert GL, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Magna_Carta_(1297_version_with_seal,_owned_by_David_M_Rubenstein).png.

[28] Text auf Deutsch und Bambara auf http://www.lag-malihilfe.de/mali-mande-charta.htm.

[29] Die Unesco erwähnt die sieben Kapitel der Charta – die gibt es nur im Schwur der Jäger, nicht bei den 44 Artikeln der Kankan-Version. UNESCO, La Charte du Mandén, proclamée à Kouroukan Fouga. Inscrit en 2009 (4.COM) sur la Liste représentative du patrimoine culturel immatériel de l’humanité, https://ich.unesco.org/fr/RL/la-charte-du-manden-proclamee-a-kouroukan-fouga-00290?RL=00290.

[30] Die Initiative zu diesem Treffen ging von der erwähnten AU-Institution CELHTO und der Agence de la Francophonie/Intermedia Consultants International aus. Die griots – meines Wissens nur männliche – waren die wichtigsten TeilnehmerInnen, samt und sonders als Abkömmlinge alter griot-Familien beglaubigt. Zudem nahmen auch KommunikationswisschenschaftlerInnen und andere ForscherInnen an dem Treffen teil.

[31] Eine burkinische griotte, Foto Roman Bonnefoy 4.10.2009, auf Schwarz- weiß transformiert GL, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Griotte_lors_de_fiancailles_burkinabe.jpg.

[32] Griot mit Ngoni (Zupflaute) 2010, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Griot-africa.jpg.

[33] Siehe dazu auch das Unterkapitel “Controverse sur cette charte“ auf https://fr.wikipedia.org/wiki/Charte_du_Manden.

[34] Griots von Sambala, König von Médine im heutigen Westmali, 1890, Abb.81 auf p.128 in: Colonel Frey, Côte occidentale d’Afrique (Französische Nationalbibliothek), https://commons.wikimedia.org/wiki/File:GriotsSambala.jpg.



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