Herrschaftslos.

23 January 2019 | By | Category: Allgemein, Interessantes

Bona, Ausgangs- und Mittelpunkt des Volta-Bani-Freiheitskrieges.

Günther Lanier, Ouagadougou 23.1.2019.

Ich schlage zwei Reisen ins Herz des Mouhoun- oder Volta-Bogens vor. Eine touristisch-fotografische im Präsens. Und eine Zeitreise in die Jahre 1915 und 1916: Da blühte unter widrigen Umständen für kurze Zeit die Freiheit.

Ort der Handlung ist die Region Boucle du Mouhoun, eine von dreizehn in Burkina Faso, im Westen des Landes. Der Mouhoun – in Kolonialzeiten hörte er auf den Namen Schwarzer Volta – entspringt südwestlich von Burkinas zweitgrößter Stadt Bobo-Dioulasso, fließt gegen Nordosten, vereinigt sich nahe der malischen Grenze, nahe des Ortes Kouri, mit dem Sourou und dreht dann recht abrupt gegen Südosten, wenig später südwärts, fungiert im Lobi-Gebiet als Grenze zwischen Burkina und Ghana, dann kurz auch zwischen der Côte d’Ivoire und Ghana. Der Mouhoun führt das ganz Jahr über Wasser – damit ist er unter den burkinischen Flüssen eine Ausnahme.

 

Überbrückbar

Lebensspendendes Nass

Wohltaten des Fortschritts[1]

Die Zeitreise führt in die frühen Jahre der französischen Kolonie. Paris hatte sich “Burkina“[2] 1897 angeeignet – am europäischen Verhandlungstisch, zuerst mit Deutschland, vor allem aber mit Großbritannien. Unter dem Deckmantel des Zivilisationsbringers machte es sich an tiefgreifende strukturelle und logistische Eingriffe, die für die Einrichtung seiner tatsächlichen Herrschaft erforderlich waren. Neben der Einführung von Geld (mittels Kopfsteuer) und einer neuen Form von Sklaverei (Zwangsarbeit) spielten dabei Investitionen in die Infrastruktur eine wesentliche Rolle: zur Überwindung der Subsistenzwirtschaft galt es, dem Warenverkehr Straßen und Brücken zu bauen – auch Truppenbewegungen wurden derart erleichtert.

 [3]

Vorteile von Kleinheit und Kopflosigkeit

Das Hauptziel Frankreichs bei der Eroberung der burkinischen Lande Ende des 19. Jahrhunderts war das Moogo Naaba-Reich. Mit der militärischen Einnahme von dessen “Hauptstadt“ Ouagadougou und der Einsetzung eines Paris genehmen Naaba (Königs) war dort die Eroberung im Wesentlichen[4] abgeschlossen. Im Westen, Nord- und Südwesten dieses streng hierarchischen Staates erwies sich das Etablieren der Fremdherrschaft als ungleich zäher, war der Widerstand heftiger und nachhaltiger. Dort lebten die “akephalen“ Samo, Marka (Dafing), Bwa, Lobi, Dagara, Birifor…

“Akephal“ bedeutet “kopflos“ und bezieht sich auf den geringen Grad politischer Hierarchisierung: Jenseits von Großfamilien-(Clan-) oder Dorfchefs ist da niemand, die oder der anschaffen könnte. Die Segmentierung der betreffenden “Gesellschaften“ bereitete den Kolonialadministratoren viel Kopfzerbrechen, bedeutete sie doch, dass da niemand war, der oder die in aller Namen verhandeln konnte oder allen UntertanInnen etwa Befehle erteilen konnte. Stattdessen musste die Eroberung Dorf für Dorf oder Großfamilie für Großfamilie erfolgen.

Am längsten widerstanden haben die Lobi, gut 40 Jahre. Am heftigsten widerstanden Marka, Bwa & Co im Volta-Bani-Krieg. Da gelang es, obschon nur kurz, ein Gebiet von der Größe Österreichs der kolonialen Herrschaft zu entziehen – angesichts der haushohen materiellen und militärtechnologischen Überlegenheit der Gegner ein Beweis außerordentlichen organisatorischen und strategischen Geschicks.

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Frauen in Kriegen. Vorbemerkung

Bwa und Marka lebten und leben in patriarchalen Systemen, keine Frage. Frauen und auch Kinder hatten wichtige Rollen im Bona-Krieg gegen die Franzosen[6], zum Beispiel bei der Befestigung der als Kampfplätze ausersehenen Dörfer. Aber ihre Aufgaben waren “untergeordnete“, ihrer generellen Rolle in den betreffenden Gesellschaften entsprechend[7]. Das Ausblenden der Frauen aus Kriegsberichten ist keine Besonderheit des Bona-Krieges – in die Medien schaffen es in der Regel nur Männer, Frauen meist nur, wenn sie getötet oder gefangen genommen werden.

 [8]

Es geht los

Auslöser waren die Zwangsrekrutierungen, hierzulande “Blutsteuer“ genannt. In Europa ist Krieg, Weltkrieg, ein bissl auch in Afrika, in den deutschen Kolonien. Schon die Zwangsarbeit hat für viel Unmut gesorgt, das Ausweiten ihrer militärischen Variante bringt das Fass zum Überlaufen: “Wenn unsere Söhne sterben müssen, sollen sie es lieber an unserer Seite tun“[9].

 [10]

“Am 14. November 1915 begibt sich M’Pa Adama Nianu, seines Zeichens Distriktchef von Datomo, nach Bona um Rekruten fürs französische Heer abzuholen. Die Dorfältesten teilen ihm mit, dass die Betroffenen nicht bereit seien, er solle in die anderen Dörfer weiterreisen, die ausgesuchten jungen Männer würden dann gleich direkt zu ihm nach Datomo kommen. Zwei Tage später sind die Rekruten noch immer nicht da, M’Pa Adama legt noch einmal die etwa zwölf Kilometer nach Bona zurück. Dort trifft er auf Yisu Kote, in Bona ein einflussreicher Mann. Die Gemüter erhitzen sich. Yisu erklärt, dass das Dorf keine seiner jungen Männer zur Verfügung stellen würde – dem Kantonschef bleibt nichts übrig als mit leeren Händen nach Hause zurückzukehren. Am Tag darauf sind in Datomo “die Pfeifen“ zu hören – was für die Mossi die Bendré, die sprechenden Trommeln, sind für Bwa und Marka und Gourounsi die sprechenden Pfeifen. Sobald er die Pfeifen hört, macht sich M’Pa Adama erneut auf den Weg nach Bona, aber er stürzt und bricht sich den Arm, kehrt unverrichteter Dinge um. Er schickt die in den anderen Dörfern eingesammelten Rekruten unter der Obhut seines Stellvertreters in die Provinzhauptstadt Dédougou, aber in der Aufregung, die in der Luft liegt, könnten viele dieser Männer unterwegs fliehen. In der Umgebung verfolgen alle gespannt, was vor sich geht. Der muslimische Chef eines benachbarten Dorfes reitet so schnell er kann nach Dédougou und informiert am Abend des 17. November den Kommandanten. Noch in der Nacht schickt dieser fünf berittene Soldaten nach Bona. Als die am nächsten Vormittag ankommen, ist Markt, die Soldaten herrschen die Erstbesten, die sie treffen, ein paar Biertrinker, an. Doch da erklingen schon die Pfeifen. Von überall tauchen mit Pfeil und Bogen Bewaffnete auf. Die fünf Soldaten machen sich so schnell sie können aus dem Staub. Den Rest des Tages versuchen sie, InformantInnen zu finden, aber niemand will mit ihnen reden. Sie bleiben bis auf ein Pferd unverletzt, einem ist im Gürtel ein Pfeil steckengeblieben. Noch am selben Abend bricht Kommandant Maguet mit dem einzigen anderen Weißen vor Ort, einem Arzt, und allen verfügbaren Soldaten – zwölf – Richtung Bona auf. Unterwegs berät er sich noch mit dem muslimischen Dorfchef, der ihn als erster informiert hat. Am nächsten Morgen stoßen die fünf Soldaten der erfolglosen Operation vom Vortag zu ihm. Und er erhält lokale Verstärkung, sodass er letztlich über mehr als vierzig Mann gebietet. Weitere Dörfer haben inzwischen ins “Pfeifkonzert“ eingestimmt. Maguet glaubt, es mit einem simplen Fall von Gehorsamsverweigerung zu tun zu haben. Er sendet zunächst Boten nach Bona – doch auf die wird geschossen. Als er selbst in Bona ankommt, kommt es zur Schlacht. Die dauert den ganzen Tag. Am Abend bläst Maguet zum Rückzug – er hat zwar nur vier Verwundete und keine Toten zu beklagen, gegen geschätzte fünfzig Tote auf der Gegenseite, aber seine Gegner sind zu viele und von seinen 1.010 Patronen sind nur mehr 70 übrig. Maguet sendet Boten in alle Richtungen und fordert Unterstützung. Er kann seine Truppe auf 200 Mann aufstocken, darunter fünf Franzosen, fünfzig andere mit den modernsten Waffen ausgestattet und fünfzig mit Pferden. Er beschließt, am folgenden Tag, dem 21. November, noch einmal anzugreifen – bevor mehr Unterstützung aus umliegenden Dörfern nach Bona kommen kann. Die Kämpfe sind heftig, die kolonialen Truppen erobern die Häuser nur Zimmer für Zimmer – am mittleren Nachmittag haben sie etwa die Hälfte des Dorfes unter ihrer Kontrolle. Die Gegner haben schwere Verluste erlitten, aber ihre Moral ist intakt. Wieder geht die Munition zur Neige. Und für die Gegner ist Verstärkung unterwegs. Maguet begreift, dass er verloren hat. Die sieben Toten und die vielen auch schwer Verletzten, Waffen und die restliche Munition können mitgenommen werden, anderes Material wird zurückgelassen. Vier der fünf Weißen sind verletzt – nur Maguet selbst nicht. Fünftausend Patronen wurden verbraucht, Maguet will auf der Gegenseite mehr als vierhundert Tote gezählt haben“[11].

 [12]

Das war der Startschuss. Und es wird noch besser für die Marka, Bwa & Co. Nach dem Sieg von Bona am 19. und 21. November werden die französischen Truppen weiter westlich, in Bondokuy[13], von 27. November bis 5. Dezember abermals geschlagen. Und dann ein drittes Mal, am 5. Dezember in Yankaso, etwa 20 km nördlich von Bona.

 [14]

Die bis dahin für unantastbar gehaltenen Weißen waren drei Mal besiegt waren. Bessere Werbung für den “Bona-Krieg“ hätte es nicht geben können, wie ein Lauffeuer verbreitete sich nicht nur die Kunde, sondern auch der Widerstand. Im Norden bis vor die Tore Djennés, im heutigen Mali, am Fluss Bani[15], im Westen bis vor die Tore Bobo-Dioulassos, im Süden bis Houndé und Boromo, im Osten und Nordosten bis Koudougou und Toma wird das Land von der Kolonialherrschaft befreit.

Ethnische Grenzen[16] spielten keine Rolle. Es ging von allem Anfang an gegen den neuen Herrschaftsapparat, der langsam, aber sicher dabei war, den unterworfenen “Burkinabè“ sein soziales, politisches und ökonomisches System aufzuzwingen.

 [17]

Von Bona und Umgebung ausgehend, schuf eine Gruppe von “Führern“ 1915 eine Organisation, die sowohl auf rituellen als auch auf defensiven Dörferbünden der Vergangenheit[18] fußte. Nach den beschriebenen Anfangserfolgen des Kriegs gegen die Kolonialmacht sandten diese “Rädelsführer“ Boten in andere, nahegelegene oder auch weiter entfernte Gemeinschaften, wobei sie Kommunikationskanäle nutzten, die sich im 19. Jahrhundert herausgebildet hatten. Die Boten luden die besuchten Dörfer ein, sich der Bewegung anzuschließen, versuchten sie von den Erfolgsaussichten zu überzeugen. Datomo und Umgebung bildeten den ursprünglichen Nukleus, wobei das Heiligtum von Bona[19], die Kopfschnur aus Dafu-Fibern[20] und der Ruf Yisu Kotes[21] einen ideellen und spirituellen Fokus boten, der den Zusammenhalt förderte. Auch weit entfernte Dörfer sandten Opfertiere und Geschenke nach Bona und erhielten im Gegenzug rituell aufbereitete Objekte[22].

 [23]

Altes erlischt[24]

Die Kolonialherren begreifen schließlich, dass sie ihre GegnerInnen ernst nehmen müssen, wollen sie nicht die Kontrolle verlieren. Und so fahren sie – im übertragenen wie auch im wortwörtlichen Sinn – schwere Geschütze auf. Gegen Bwa, Marka & Co setzt Paris mehr Mittel ein als je zuvor oder je nachher gegen irgendwen in Westafrika. Mit 5.000 schwer- und bestbewaffneten Soldaten, sechs Kanonen, vier Maschinengewehr-Abteilungen und 5.000 Trägern führt Frankreich “einen ‘totalen Krieg’, der auf systematische Zerstörung abzielt: Ernten werden vernichtet, Dörfer dem Erdboden gleichgemacht, Lebensmittelvorräte geplündert, Brunnen vergiftet, Frauen und Kinder gezielt gefangengenommen und als Geiseln verwendet“[25].

Es ist ein Blutbad.

Die weißen Götter müssen schließlich ein Exempel statuieren, was passiert, wenn eineR aufmuckt.

 [26]

Zwischen Februar und Juli 1916 werden 166 Dörfer zerstört. Die Gesamtzahl der Toten – ganz überwiegend auf Einheimischen-Seite, beträgt mindestens 30.000.

Die Mouhoun-Schleife wird lange brauchen, um sich von den Verheerungen der französischen Truppen zu erholen.

[27]

Marka, Bwa & Co haben ihre Tapferkeit furchtbar teuer bezahlt. So viel vergossenes Blut, soviel vergeudete Menschenleben hätten sie nicht in Kauf genommen, wären sie nicht zutiefst überzeugt gewesen, dass es unnötig, ja widernatürlich ist, jemandes “UntertanIn“ zu sein. Mit Ausnahme der AhnInnen und eines Gottes, der sich nicht in den Alltag einmischt, braucht es jenseits von Familie und Dorf niemand, die oder der anschafft, die oder der sich das Recht anmaßt, Untergebene zu drangsalieren und auszubeuten.

Wir könnten von ihnen lernen.

Zuallerletzt noch Symbolträchtiges. Gelder der Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere von Weltbank und EU, gehen gerne in Infrastrukturmaßnahmen. Weiter oben war von Brücken die Rede – meist aber sind es Straßen, die gebaut, verbessert, vergrößert werden. Wo es nur ging bauten vor etwas über hundert Jahren die GegnerInnen der Kolonialherren in der Provinz Dédougou auf den Straßen der Franzosen Hirse an[28] – unter den Einheimischen brauchte diese Straßen niemand; sie litten nur unter der dafür nötigen Zwangsarbeit.

 

Endnoten:

[1] Alle drei Fotos GL 19.10.2018, Originale färbig. Die neue Mouhoun-Brücke der Bundesstraße 1, von der aus das erste und das dritte Foto gemacht wurden, war kurz vorher eröffnet worden, die Bauarbeiten waren noch nicht vollständig abgeschlossen. Zweites Foto in Mouhoun-Nähe.

[2] Erst 1919 wurde es als eigenständige Kolonie “Obervolta“ aus der Taufe gehoben, ungefähr in den heutigen Grenzen, 1984 bekam es seinen heutigen Namen “Burkina Faso“.

[3] Reisen von “Forschern“ im Auftrag Frankreichs gingen der eigentlichen Eroberung voran. Louis-Gustave Binger, Du Niger au golfe de Guinée par le pays de Kong et le Mossi. 1887-1889, Paris (Hachette) 1892, p.445. https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Du_Niger_au_Golfe_de_Guin%C3%A9e_par_le_pays_de_Kong_et_le_Mossi?uselang=fr.

[4] Es gab sehr wohl auch unter den Mossi Widerstand, meist eher diffus, einmal (um Alassane Moumouni, 1908) auch fokussiert und explizit. Siehe Günther Lanier, Land der Integren. Burkina Fasos Geschichte, Politik und seine ewig fremden Frauen, Linz (guernica Verlag) 2017, pp.96f. Das Kapitel 3 des Buches (“Die Anfänge der Fremdherrschaft“, ebd., pp.74-111) bietet Ausführlicheres zur frühen Kolonialzeit und zum Volta-Bani-Krieg.

[5] Foto Harouna Marané 16.10.2018, auf der Straße nördlich von Safané. In Schwarz-weiß transformiert und zugeschnitten von GL.

[6] Mahir Saul, Patrick Royer, West African Challenge to Empire: Culture and History in the Volta-Bani Anticolonial War, Athens/Ohio (Ohio University Press) 2001 stellen auf p.4 fest, dass Frauen und Kinder KriegsteilnehmerInnen sind, die oft vergessen werden, wenn die Geschichte von Kriegen erzählt wird, widmen ihnen jedoch selbst in ihrem ansonsten wunderbaren Buch nicht allzu viel Platz.

[7] Weiße gerieren sich gerne als RetterInnen schwarzer Frauen, brüsten sich mit gender mainstreaming und Frauenförderung. “Aber. Von wegen fortschrittlich: Kolonialherrschaft stärkte dem Patriarchat, auf das es fast überall traf, den Rücken. Kolonialherren waren zu 100% “Herren“ – und nahmen Frauen mit wenigen Ausnahmen viel zu wenig ernst, um sie als Gesprächspartnerinnen zu akzeptieren. Der Administratoren Schaffen und Wirken war nur mit Männern. Das hatte – nicht nur bei den Franzosen und nicht nur in Burkina – durchaus reale Auswirkungen, wenn zum Beispiel bestimmte Tätigkeiten traditionell den Frauen vorbehalten waren, die kolonialen Meister aber auch für solche Wirtschaftssparten nur Männer als Verhandlungs- oder Geschäftspartner akzeptierten“. Günther Lanier, Land der Integren. Burkina Fasos Geschichte, Politik und seine ewig fremden Frauen, Linz (guernica Verlag) 2017, p.112.

[8] Bona. Foto GL 17.10.2018, Original färbig.

[9] Der Chef von Nonko, im heutigen Mali, zitiert in Patrick Le Moal, Les révoltes des colonisés contre l’engagement forcé, NPA 10.8.2014/aktualisiert am 20.2.2015, https://npa2009.org/idees/les-revoltes-des-colonises-contre-lengagement-force.

[10] Die Schmiede in Bona. Foto GL 17.10.2018, Original färbig.

[11] Ohne die dortigen Fußnoten zitiert aus Günther Lanier, Land der Integren. Burkina Fasos Geschichte, Politik und seine ewig fremden Frauen, Linz (guernica Verlag) 2017, pp.102f.

[12] Bona. Foto GL 17.10.2018, Original färbig.

[13] An der heute geteerten Straße von Bobo-Dioulasso nach Dédougou.

[14] Bona. Foto Harouna Marané 17.10.2018, Original färbig.

[15] Daher der wissenschaftliche Name “Volta-Bani-Krieg“ – der einheimische Name ist Bona-kele, auf Marka (Dafing) heißt das “Bona-Krieg“.

[16] Diese waren im Westen Burkinas seit jeher extrem durchlässig.

[17] Bona. Foto GL 17.10.2018, Original färbig.

[18] S. Mahir Saul, Patrick Royer, West African Challenge to Empire: Culture and History in the Volta-Bani Anticolonial War, Athens/Ohio (Ohio University Press) 2001, pp.37-46.

[19] Danso, das “Haus der Schöpfung“, im Zentrum von Bona. S. Mahir Saul, Patrick Royer, West African Challenge to Empire: Culture and History in the Volta-Bani Anticolonial War, Athens/Ohio (Ohio University Press) 2001, pp.128f.

[20] Dafu = Kenaf (hibiscus cannabinus), juteähnliche Bastfasern aus denen Stricke gedreht wurden – um den Kopf geknüpft waren sie bei den Marka Insignien der Krieger, die bereits einen Feind getötet hatten. Sie wurden bis nach Koudougou zu Symbolen der antikolonialen Bewegung. S. Mahir Saul, Patrick Royer, West African Challenge to Empire: Culture and History in the Volta-Bani Anticolonial War, Athens/Ohio (Ohio University Press) 2001, pp.131 und 281

[21] Yisu hatte keine offizielle Funktion in Bona, war Enkel von Dwan, der sich im 19. Jahrhundert als militärischer Führer einen überregionalen Ruf erworben hatte, hatte in seinem Gehöft einen von diesem geerbten persönlichen kwo-Altar und war ein sehr enger Freund und “großer Bruder“ von Yike, Bonas perenkie, der, unterstützt von den acht Ältesten, die Dorfgeschäfte führte und der kambele, der Kriegerversammlung des Dorfes vorsaß. Entscheidungen über Krieg und Frieden wurden kollektiv vom perenkie gemeinsam mit den acht Ältesten getroffen. Ritueller “Chef“ von Bona war ein anderer, masa Pasuuru – er hatte den perenkie Yike ernannt und der masa repräsentierte das Dorf nach außen, offiziell kommunizierte mit anderen Dörfern der masa. Siehe Mahir Saul, Patrick Royer (a.a.O.) pp.128-131

[22] Dieses Mal inklusive der Fußnoten zitiert aus Günther Lanier, Land der Integren. Burkina Fasos Geschichte, Politik und seine ewig fremden Frauen, Linz (guernica Verlag) 2017, pp.105f.

[23] Das unscheinbare Danso-Heiligtum von Bona, spirituelles Zentrum des Bona-Krieges. Foto GL 17.10.2018, Original färbig.

[24] Dieser Zwischentitel ist ein Versuch der Übersetzung des Titels des ersten “burkinischen“ Romans, der unter anderem vom Bona-Krieg handelt: Nazi Boni, Crépuscule des temps anciens. Chronique du Bwamu, Paris (Présence africaine) 1962, wörtlich: “Abenddämmerung der alten Zeiten“.

[25] Zitiert aus Günther Lanier, Land der Integren. Burkina Fasos Geschichte, Politik und seine ewig fremden Frauen, Linz (guernica Verlag) 2017, p.108.

[26] Bona. Foto GL 17.10.2018, Original färbig.

[27] Karte gezeichnet von GL. Was die “befreiten Gebiete“ (“war zones“) betrifft, abgezeichnet von Mahir Saul, Patrick Royer, West African Challenge to Empire: Culture and History in the Volta-Bani Anticolonial War, Athens/Ohio (Ohio University Press) 2001, p.2. Linie + strichlierte Linie = Staatsgrenzen heute. Dunkelgrau sind die zwischen 19.11. und 21.12.1915, mittelgrau die von 22.12.1915 bis 3.2.1916 und hellgrau die ab dem 4.2. befreiten Gebiete.

[28] Siehe das schon mehrmals erwähnte (und sehr zu empfehlende, detaillierte und doch gut lesbare) Werk von Mahir Saul, Patrick Royer, West African Challenge to Empire: Culture and History in the Volta-Bani Anticolonial War, Athens/Ohio (Ohio University Press) 2001, p.9.



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