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Togolesen gehen auf die Straße

Feb 8th, 2010 | By Florian | Category: NEWS

Der afrikanische Fußballverband (CAF) kommt wegen seiner Entscheidung zunehmend unter Druck, die Nationalmannschaft Togos für vier Jahre vom Afrika Cup zu sperren. Am Wochenende demonstrierten Zigtausende von Togolesen in der Hauptstadt Lomé gegen den weltweit mit Staunen aufgenommenen Bann. Die Demonstranten zündeten Puppen an, die den CAF-Präsidenten Issa Hayatou repräsentierten, und forderten den sofortigen Rücktritt des Kameruners. Die Proteste sollen in verschiedenen Landesteilen des westafrikanischen Kleinstaats fortgesetzt werden, bis sich der Fußballverband von seinem Präsidenten trennt. Hayatou sei eine “Schande für Afrika”, skandierten die Demonstranten.

Völlig überraschend hatte der Fußballverband vor zehn Tagen den Ausschluss Togos von den nächsten beiden Afrika-Cups bekanntgegeben, weil das Team das Turnier in Angola auf Geheiß der togoischen Regierung vorzeitig verlassen habe. Das komme einer ungebührlichen Einmischung der Politik in Belange des Sports gleich, begründete die CAF ihren Schritt in einer Stellungnahme. Tatsächlich waren die Togoer nach Hause zurückgekehrt, nachdem sie zum Ziel eines Terroranschlags von Separatisten in der angolanischen Exklave Cabinda geworden waren. Bei dem Überfall wurden zwei Mitglieder des togoischen Teams getötet und acht weitere zum Teil schwer verletzt.

Die CAF-Entscheidung wurde unter den togoischen Spielern mit Empörung aufgenommen. Kapitän Emmanuel Adebayor, der bei Manchester City als Mittelstürmer unter Vertrag steht, nannte die Entscheidung “monströs”: “Das einzige, was (CAF-Präsident) Hayatou und seine Freunde zu tun verstehen, ist, die Organisation des Afrika Cups einem Staat zuzusprechen, der ihnen das meiste Geld gibt.” Adebayor, in dessen Arme der togoische Teamsprecher Stanislas Ocloo gestorben war, war nach dem Anschlag dermaßen traumatisiert, dass er, wie er sagte, jede Nacht Alpträume habe.

Auch die Regierung in Lomé geißelte den CAF-Schritt scharf und kündigte rechtliche Schritte dagegen an. Togo werde “alle juristischen Möglichkeiten im Kampf gegen diese Entscheidung ausschöpfen”, sagte ein Regierungssprecher. In Frankreich wurde bereits Anzeige sowohl gegen die sezessionistische “Front für die Befreiung der Enklave Cabinda” (Flec) wie gegen die Veranstalter des Afrika Cups erstattet.

Der Internationale Fußballverband hat sich eines Kommentars zu dem Vorfall bisher enthalten. Die “Fifa kommentiert keine Entscheidung, die die CAF im Zusammenhang mit einem von ihr veranstalteten Turnier trifft”, heißt es in einer auf Anfrage der FR verbreiteten Stellungnahme.

Autor: Johannes Dieterich

Quelle: fr-online.de



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