Afrika-News, die verbinden

Afrika ist bis heute in der deutschsprachigen Medienlandschaft ein blinder Fleck - insbesondere in diesen Zeiten der COVID Pandemie. Für im deutschsprachigen Raum ansässige Journalist/innen ist es sehr schwer an verlässliche Informationen zu kommen. Diese Situation wurde durch die covidbedingten Reisebeschränkungen sichtbarer und verschlechtert. Es gibt so gut wie keine direkte Berichterstattung aus den afrikanischen Ländern, wodurch die Beiträge, die in deutschsprachigen Medien gebracht werden, sehr einseitig und spärlich gesäht sind. Doch Afrika ist nah – und es gibt mehr zu erzählen als die gängige Berichterstattung vermuten lässt. Durch Radio Afrika TV wird diese journalistische Lücke geschlossen. RATV verfügt bereits jetzt über ein bedeutendes Korrespondenznetz in Afrika, das für Mainstream-Medien im deutschsprachigen Raum wichtig sein kann. Die Sichtbarkeit Afrikas zu erhöhen und als Informationsbrücke zwischen Afrika und Afrika zu dienen, ist ein erklärtes Ziel von RATV. RATV wird dadurch einerseits den Bedarf der deutschsprachigen Journalisten nach validen Informationen abdecken, und sie wird vor allem auch das gängige Bild Afrikas ins rechte Bild rücken – denn Afrika ist viel mehr als, das was uns in den letzten Jahrzehnten durch deutschsprachige Medien kommuniziert wurde. Afrika hat viele Geschichten zu erzählen – abseits von Armut und Krieg – Geschichten von Innovation, Kreativität, Aufbruch. Diese Geschichten wollen wir erzählen, denn nur so können wir Ignoranz abbauen und Brücken errichten.

Aktuelle Beiträge

Macht ist zwar substanzlos, doch ist sie selten unbehaust. Meist streben die sie Ausübenden oder Innehabenden danach, sie zu symbolisieren und inkarnieren (Fleisch werden zu lassen), und zwar insbesondere mit Hilfe der Gebäude, in denen sie arbeiten und leben.
Vergleiche von Universitäten sind ein gewagtes Unterfangen. Solche dem Wissen dienende hehre Institutionen müssten sich mit ihrer Komplexität, Vielseitigkeit und vor allem aus ihrem innersten Wesen dagegen sträuben, in Rangfolgen gezwängt zu werden, in Hitlisten. Doch so unzulässig Rankings vereinfachen, so verführerisch sind sie, bieten sie doch auf einen Blick, in einer Zahl – dem Rang – ein Gesamturteil.
Die Gauteng City-Region beherbergt einen der größten und dichtestbewachsenen urbanen Wälder der Welt. In Johannesburg allein sollen es mehr als 10 Millionen sein. Auffällig unter ihnen sind vor allem die Jacarandas mit ihrer violetten Blütenpracht im Frühling...
Vorigen Donnerstag, den 3. Juni 2021, im Petit Meliès-Saal des französischen Kulturinstituts, konnte ich mein Mitte 2020 herausgekommenes Buch präsentieren: “Au pays des Femmes Intègres“ – “Im Land der Integren Frauen“. Damit die Veranstaltung nicht zum Mansplaining verkommen konnte, noch dazu von einem alten weißen Mann, beschränkte sich mein Beitrag auf die 20-minütige Einleitung zum Buch. Abgesehen von einem kurzen Schlusswort, gehörte das Wort für den Rest der zwei Stunden meinen beiden Gästinnen und dem Publikum – Thema: die Zukunft der Frauen Burkina Fasos.
Überraschend ist vor allem, wie wenig in der Woche seit meinem Artikel vom 27. Mai passiert ist. Und noch mehr, wie wenig vom Passierten unerwartet war. Aus dem Ausland sind sehr heftige Reaktionen gekommen. Emmanuel Macron hat sich diesbezüglich besonders in den Vordergrund gespielt.
Als Assimi Goïta & Co im August 2020 den malischen Präsidenten IBK stürzten, kamen sie einer breit angelegten Protest-Bewegung zuvor, die sich aus zivilgesellschaftlichen, oppositionell politischen und religiösen[5] Elementen zusammensetzte und die drauf und dran war, IBK an der Macht abzulösen. Als die Militärs in Bamako auftauchten, war das Volk begeistert. Das war beim zweiten Mal, im Mai 2021 ganz anders...
Mich interessiert hier die Ausstrahlung Afrikas in den Rest der Welt und ich versuche eine Messung, eine ungefähre Quantifizierung seiner Präsenz anderswo – über “seine“ dort lebenden Menschen. Fünf große afrikanische Diaspora-Ströme (“streams“) soll es gegeben haben...
Macht gehört generell und nahezu weltweit Männern. Die Frauen müssen sich schließlich um die Kinder und die Küche kümmern. Aber freilich gibt es Ausnahmen.
Lassen wir uns doch ein bisschen helfen. Die Weisen leben unter uns. Ein kurzer Auszug aus dem zweiten je von einem "Burkinabè" geschriebenen Buch.
Um uns zu ernähren, bereiten wir unsere Nahrung zu. Dazu kochen wir (meist die Frauen). Die gekochte Nahrung liefert uns Energie und hält uns am Leben. Doch das Feuer, das wir entzünden, um zu kochen, kann tödliche Auswirkungen haben. Das hängt von der Energiequelle, von den Brennstoffen[1] ab, die verwendet werden, und von der Art, wie sie verwendet werden.
Der “Held“ meines heutigen Artikels ist keiner mehr. Er ist inzwischen zu den Mächtigen übergelaufen, genauer gesagt zu Paul Biya & Co. Denn die Geschichte, die ich heute erzähle, spielt in Douala, größte Stadt Kameruns und auch ökonomische Hauptstadt des Landes.
Die Provinz Süd-Kivu im Osten Kongo-Kinshasas ist der Welt in erster Linie als Herd brutaler und oft ethnischer Konflikte bekannt. Aus der Ferne wirkt es wie ein Kampf aller gegen alle um die Ausbeutung von Ressourcen. Der Ostteil der Demokratischen Republik Kongo (wie Kongo-Kinshasa offiziell heißt) ist in den fast zwei Jahrzehnten seit dem Ende des Afrikanischen Weltkriegs[1] nicht zur Ruhe gekommen.
Es war vergangenen Freitag, den 22. Jänner 2021, um 8h abends im Garten des Goethe-Instituts[1], das seit nunmehr über zehn Jahren die Kulturszene von Ouagadougou bereichert[2]. Keiko Fujiie und drei burkinische Musiker gaben ein Konzert: Sie stellten fünf Lieder vor: eine erste Etappe eines musikalischen Projektes, dessen Endergebnis eine Oper sein wird. Die Uraufführung soll in etwa zwei Jahren stattfinden.
Kaum wer wird sich beschweren, wenn du eine Gelse oder gar eine Anopheles[5] erschlägst, die dir dein Blut rauben will[6]. Auch Kakerlaken kommen selten in den Genuss unserer Zuneigung. Doch am “anderen Ende“ der Hierarchie im Tierreich schrecken wir vor einem Mord zurück, sei es aus Sympathie – zum Beispiel für die KönigInnen unter den Tieren – oder aus Furcht vor Strafe: wenn Tiere gesetzlich geschützt sind.
Seinen Namen hat der Fluss von der Göttin Osun, eine der wichtigsten der Orishas, der Yoruba-Gottheiten. Die Welt wurde von Olorun geschaffen, doch diese Gottheit[2] ist für die Menschen unerreichbar – hingegen sind die Orishas menschennah. Der Göttin Osun kommt unter ihnen eine herausragende Stellung zu[3]. Sie wird alljährlich im August zwei Wochen lang mit einem Festival im Heiligen Hain von Osun-Osogbo verehrt[4].
Seit dem späten 20. Jahrhundert leben wir in der Ära der Sachzwänge. Die sind neoliberal und profitfördernd. In der europäischen Abteilung der Satten Welt ist die Entmachtung des Volkes niemandem aufgefallen, denn da sind wir überglücklich, Teil der großartigen Europäischen Union sein zu dürfen. In der gibt es zwar ein Parlament, aber die Entscheidungen werden seit jeher anderswo getroffen und nationale Gremien sind inzwischen zu nicht viel mehr als Erfüllungsgehilfen Brüssels & Berlins verkommen.
Intimer geht es nicht mehr. Das weibliche Geschlecht ist Dreh- und Angelpunkt der menschlichen Reproduktion. Seine Kontrolle ist von höchster gesellschaftlicher Bedeutung. Für diese Kontrolle wurden verschiedene Methoden entwickelt, bei denen soziale Normen und Moral meist eine zentrale Rolle spielen. Um die weibliche Sexualität zu zähmen, kann darüber hinaus auch körperlich eingegriffen werden, kann am weiblichen Geschlecht nachgebessert, herumgeschnitten werden.

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