Koloniale Ethnisierung im östlichen Kongo

Die Provinz Süd-Kivu im Osten Kongo-Kinshasas ist der Welt in erster Linie als Herd brutaler und oft ethnischer Konflikte bekannt. Aus der Ferne wirkt es wie ein Kampf aller gegen alle um die Ausbeutung von Ressourcen. Der Ostteil der Demokratischen Republik Kongo (wie Kongo-Kinshasa offiziell heißt) ist in den fast zwei Jahrzehnten seit dem Ende des Afrikanischen Weltkriegs[1] nicht zur Ruhe gekommen.

Der Kampf um die Intaktheit der Vulva.

Intimer geht es nicht mehr. Das weibliche Geschlecht ist Dreh- und Angelpunkt der menschlichen Reproduktion. Seine Kontrolle ist von höchster gesellschaftlicher Bedeutung. Für diese Kontrolle wurden verschiedene Methoden entwickelt, bei denen soziale Normen und Moral meist eine zentrale Rolle spielen. Um die weibliche Sexualität zu zähmen, kann darüber hinaus auch körperlich eingegriffen werden, kann am weiblichen Geschlecht nachgebessert, herumgeschnitten werden.

Grenzen errichten. Grenzen sprengen.

Um das Coronavirus am Reisen zu hindern, sind 2020 viele staatliche Grenzschranken zugegangen. Noch sind nicht alle Grenzen wieder überschreitbar[1]. Manchen unter uns ist das völlig egal. Andere hindert es am Leben.

Vor 125 Jahren: Emile-Louis Abbat in Sokolo

Günther Lanier, Ouagadougou, 16.9.2020 Er war kein Pionier, kein Eroberer im engeren Sinn, war nicht an der vordersten Front. Doch war die koloniale Besetzung “Malis“ (damals Französischer Sudan) noch nicht vollendet, als Emile-Louis Abbat als Leutnant in der französischen Kolonialarmee diente. Vom Westen, von der senegalesischen Atlantikküste kommend, war das Land Schritt für Schritt erobert […]

Alice Lenshina Mulenga und die Frauen von Lumpa

Günther Lanier, Ouagadougou, 12.8.2020. Die Bemba leben im Muchinga-Hochland oder -Gebirge im Nordosten Sambias, Quellgebiet vieler Flüsse, so insbesondere des Kongo und des Sambesi. Die Erde ist hier nicht besonders fruchtbar, einst diente das waldige Land als Zwischenstation einer Wanderbewegung, die vor allem von Westen nach Osten ging. Bei zunehmender Sesshaftigkeit wurde es später zum […]

Die Siddi. Schwarze InderInnen afrikanischer Herkunft

Günther Lanier, Ouagadougou, 29.7.2020. Baobabs stammen zwar aus Afrika, wachsen aber auch in Indien[1]. Umgekehrt haben Mangobäume ihren Ursprung am indischen Subkontinent, heutzutage gedeihen sie aber in Afrika meist besser als in Indien. Migration bewährt sich und trägt Früchte. Die Integration Subsahara-Afrikas in den Weltmarkt fand lange vor der europäischen “Entdeckung“ statt[2]. Dabei diente nicht […]

Keineswegs ebenbürtig! Yaoundé vs. Ambazonia

Günther Lanier, Ouagadougou, 22.7.2020. Als wären der Probleme nicht schon genug – außer dem alltäglichen Kampf ums Überleben[1] noch ein Präsident, der absolut nicht von der Macht lassen kann, Boko Haram im Norden des Landes, jetzt noch Corona –, hat seit 2016 das brutale Vorgehen der staatlichen Sicherheitskräfte nun auch zu einem blutigen Konflikt um […]

Des Präsidenten Kinder geben aus, was am Volk gespart wird

Günther Lanier, Ouagadougou, 15. und 16.7.2020. Meist wird die Republik Kongo – das ist der offizielle Name – Kongo-Brazzaville genannt, um sie von der Demokratischen Republik Kongo (Kongo-Kinshasa) zu unterscheiden. Nirgends auf der Welt sind sich zwei Hauptstädte so nahe wie hier – nur der mächtige Fluss trennt sie[1]. Kongo-Brazzaville ist mit 342.000 km2 annähernd […]