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Königin Ngalifourou.

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Um des lieben Friedens willen.

Günther Lanier, Ouagadougou, 26.2.2020.

Ich will heute eine starke Frau vorstellen, eine Ausnahmeerscheinung in der – in Afrika wie anderswo auch – meist männerdominierten Geschichte. Sie wirkte im heutigen Kongo-Brazzaville, unter den Téké[1].

Beginnen wir mit dem Gebet, das alle ihre UntertanInnen auswendig rezitieren konnten. Nkoué-Mbali[2] ist ein hermaphroditischer Geist, der über das Téké-KönigInnenreich wacht.

Der Blick Nkoué-Mbalis ruht auf uns. Wenn wir recht handeln, wird Nkoué-Mbali uns belohnen, wenn wir hingegen Unrechtes tun, wird der Zorn Nkoué-Mbalis uns treffen.
Ich verneige mich vor dem König und der Königin, die Nkoué-Mbali auf Erden vertreten, ich schulde ihnen Gehorsam und Respekt, ich habe die von Nkoué-Mbali aufgestellten Prinzipien und ihre Lehren zu befolgen, dann werde ich auf immer gesegnet sein.
Mir ist bewusst, dass ich, wenn ich schwindle, den Verstand verliere, Nkoué-Mbali wird sich von mir abwenden, ich muss mich ein Leben lang gut benehmen, um in den Genuss ihrer Gnade zu kommen.
Ich muss zunächst auf meine eigenen Kräfte zählen und es vermeiden, die Hunde meines Schwagers auszuborgen, um auf die Jagd zu gehen, sonst wird er als Gegenleistung von mir Gefallen reklamieren als sein Recht, weil ich mich seiner Hunde bedient habe.
Um Maniok besser zu säen, muss ich die Zeit für die Saat kennen, denn es sind die, die am besten Bescheid wissen und rechtzeitig säen, die ein Recht auf eine gute Ernte haben.
Ich darf keinen Ehebruch begehen, um zu vermeiden, Schande und Unehre über meine ganze Familie zu bringen.
Ich darf nicht töten, denn Töten bedeutet Des-Lebens-Berauben. Nkoué-Mbali wird es mir nicht verzeihen. Ich muss vermeiden, mir die Hände mit menschlichem Blut zu beschmutzen, denn es ist das einzige Element, das die Energie befördert, die unerlässlich ist, um Nkoué-Mbalis Lehren umzusetzen und hochzuhalten.
Ich werde meinen König und meine Königin ehren, die einzigen Inkarnationen Nkoué-Mbalis auf Erden.[3]

 [4]

1864 als Ngassiè in Ngabé (am rechten Kongo-Ufer, unweit von Mbé, der Königsstadt, etwa 145 km nördlich von Brazzaville) in eine der sechs königlichen Familien[5] der Téké geboren, ist Ngalifourou am 8. Juni 1956 in Ngabé gestorben.

Am 10. September und 3. Oktober 1880 unterzeichnen der König und Pierre Savorgnan de Brazza als Vertreter Frankreichs einen Protektoratsvertrag, den sogenannten Makoko-Vertrag. In M’foa errichtet Brazza einen französischer Posten, der 1881 in Brazzaville umbenannt wird.

Sechzehnjährig heiratet sie 1880 König (Makoko) Iloo I (er ist seit 1874 König) und wird dessen zweite Frau. Sie ist nicht nur seine Lieblingsfrau, sondern wird schnell auch zu seiner Beraterin, Vertrauten, Mitarbeiterin. So beschließt der König, sie zur Hüterin Nkoué-Mbalis zu machen, das ist gleichbedeutend mit Königin – auch wenn die Regeln diese Möglichkeit vorsehen, so ist das vor ihr noch keiner Frau eines anderen Téké-Königs widerfahren. Sie wird von zwölf ankouobi (Würdenträgern) initiiert, also in die spirituellen Geheimnisse eingeweiht[6] und sie und ihr Gemahl werden auf die Probe gestellt[7]. Das ikil-mpu, ein aus zwanzig Vertretern der sechs großen Téké-Familien bestehende Gremium, das verantwortlich ist für das “Krönen“ der KönigInnen, gibt ihr den Namen “Ngalifourou“ – “Besitzerin (nga) der Asche“[8], denn ihr obliegt die Sorge um Reliquien und Heiligtümer[9], um das Einhalten der Regeln und Bräuche, sie ist die spirituelle Hüterin des Téké-Reiches.

 [10]

Im Kreis der Mächtigen ist sie die einzige Frau. Sie schafft es, sich durchzusetzen und sich allseits Respekt zu verschaffen.

Verweilen wir hier kurz – denn es handelt sich um Schlüsselmomente im Leben der Königin. Ich übersetze, wie die Biographin Eugénie Mouayini Opou die Lage beschreibt oder vielmehr imaginiert:

“Tatsächlich ist sie die Jüngste und die einzige Frau, die an der Seite ihres Mannes Platz nimmt inmitten dieser Routiniers, allesamt Experten im Übergehen von Frauen. Ihre Aufgabe ist nicht leicht: Nicht nur muss sie zeigen, wozu sie fähig ist, sie muss sich auch durchsetzen, um sich nicht zermalmen zu lassen von dieser teuflischen Männer-Maschine. Sie wartet nicht darauf, dass ihr das Wort erteilt wird, sie ergreift es – den bohrenden Blicken aus dem Hofstaat des Königs zum Trotz, die sie aus dem Gleichgewicht bringen, ja verschlingen wollen. (…) Angesichts der Demonstration von Stärke der sie umgebenden Alphamänner bleibt ihr nichts Anderes übrig, als die Kraftprobe zu bestehen, die die Teenagerin, die sie ist, in eine wahrhafte Löwin verwandeln werden, unbeugsam im Geschäft, unerbittlich und unbezwingbar. Ngassiè macht Ngalifourou Platz. Eine Legende ist geboren. Der König, Gemahl der Königin, ist ihr erster Bewunderer.“[11]

1891 wird die französische Kongo-Kolonie eingerichtet. Brazzaville wird zur Hauptstadt Französisch Äquatorialafrikas.

Im Jahr darauf, also 1892, stirbt König Iloo I. Ngalifourou zieht sich von Mbé nach Ngabé zurück. Als Königin[12] folgt sie 28-jährig ihrem Gemahl Iloo I zwar nach, besteigt aber nicht seinen Thron, das tun die zehn Könige, die sie in der Folge einen nach dem anderen heiraten wird (zum König auserwählt werden in der Regel alte Männer). Diese Könige werden zwar von den dafür Zuständigen ausgesucht, die Wahl muss einstimmig erfolgen, die Letztentscheidung liegt aber bei Ngalifourou. Geheiratet hat sie Iloos Nachfolger nur der Form halber – da sie ihrem Gatten ihr Leben lang treu geblieben ist[13], haben sie dessen Geister stets beschützt und so wurde sie 92 Jahre alt[14].

“Man Ounko“ wird sie genannt, “Mutter-Königin“ und auch “femme de blancs“, “Frau der Weißen“ – sie wurde oft von Weißen begleitet bei ihren Ausfahrten, trug fast immer einen Tropenhelm. Und Paris hat sie zur Hauptgesprächspartnerin erkoren.

Pierre Savorgnan de Brazza hatte sie mit Geschenken geehrt, unter anderem mit einem Säbel und einer Hallebarde, 1923 dann mit seinem eigenen Degen. Später trifft sie de Gaulle mehrmals – 1940 war Brazzaville ja zur “Hauptstadt“ seines “Freien Frankreichs“ geworden und da hält er auch 1944 die Brazzaville-Konferenz ab mit ihren hehren Versprechungen für die Zeit nach dem Sieg über die Nazis.

Für die Frankreich erwiesenen Dienste (unter anderem hilft Ngalifourou de Gaulle mit ihren Téké-Soldaten, Frankreich zu befreien[15] und den Krieg zu gewinnen) erhält sie das Kreuz der Ehrenlegion (Légion d’Honneur), die Kolonialmedaille[16] und den Orden des Sterns von Anjouan (l’Etoile d’Anjouan).

 [17]

Die Viertagewoche der Téké folgt für Ngalifourou einem fixen Rhythmus. Der erste Tag ist dem Empfang von BesucherInnen gewidmet, der zweite Debatten im Inneren des Königinnenhofes, der dritte der Entspannung (inklusive Ausfahrten und Treffen mit UntertanInnen) und der vierte, “Nkoué Mbali-Tag“ genannte, spirituellen Dingen, Meditation und Gebeten, wobei die Königin (ebenso wie der König) an diesem Tag fastet[18].

Ngalifourou war eine ungewöhnliche Frau. Ihre Zornausbrüche waren gefürchtet, stiegen dann doch die Wolken vom Himmel herunter, als wollten Himmel und Erde sich berühren, Donner grollte[19].

Ngalifourou stirbt am 8. Juni 1956 in Ngabé. Ihre “Herr“schaft über die Téké umfasst so gut wie die gesamte Kolonialzeit. Unruhige Zeiten dämmern – Paris ist dabei, die Machtübergabe in die Wege zu leiten, und im Vorlauf dazu kommt es Anfang 1956 zu ersten Ausschreitungen, als “Pfarrer“ Youlou, spätere erster Präsident des unabhängigen Landes, die Parlamentswahlen[20] verliert. Die formelle “Unabhängigkeit“ wird 1960 folgen.

Zu Ngalifourous Begräbnis in Ngabé – ein Dreivierteljahr nach ihrem Tod, am 2. März 1957[21] – kommen fast so viele Weiße wie Schwarze und mischen sich, als gäbe es keine Rassengrenzen – das war eine der Prophezeiungen der Königin, die sich allesamt bewahrheiteten[22]. Chefadministrator Dubasty überbringt das Geschenk des Herrn Generalgouverneurs von Französisch Äquatorialafrika: eine Büste der verstorbenen Königin.

Neun Monate wird gewartet (Ngalifourous Körper wird einbalsamiert), um ihr Zeit zu geben, sich wieder zu inkarnieren[23]. Auf der Lichtung in einem Palmenhain zwei Kilometer außerhalb von Ngabé, wo der Katafalk schließlich den Sarg der Königin der Erde übergibt, haben Unmengen frischgeschlüpfter weißer Schmetterlinge die Herrschaft übernommen[24].

Ngalifourou hat die “Verfassung“ des Téké-Reiches umgestaltet. Aufgrund ihres Wirkens haben die Téké jetzt immer eine Königin. Eine jede heißt Ngalifourou – derzeit ist es Ngalifourou Ngassiès Enkelin[25] Ngalifourou Ngatsibi[26].

 [27]

“Diese Erde wurde uns von unseren AhnInnen vererbt, unser Wissen wurde uns von unseren AhnInnen übermittelt, alles, was wir tun, was rechtschaffen ist und Respekt verdient, ist das Erbe unserer AhnInnen“ und “der wahre Reichtum des Reiches sind seine Frauen und Männer und nicht materielle Güter“[28].

 [29]

Die meisten Téké leben heute in Kongo-Brazzaville, da waren sie um die Jahrtausendwende 500.000, knapp ein Fünftel der Bevölkerung. Die etwas über 250.000 Téké in Kongo-Kinshasa bilden dort eine kleine Minderheit (weniger als 1%) und auch die ungefähr 50.000 Téké in Gabun stellen nur 4% der Bevölkerung, ihnen entstammte allerdings der Langzeitherrscher (1967-2009) Omar Bongo und sein Nachfolger und Sohn Ali Bongo (seit 2009)[30].

Die Blütezeit der Téké-Kultur war das 17. und das frühe 18. Jahrhundert. Zum Zeitpunkt der Kolonialisierung befand sich das Reich des Makoko in einem allerdings alles andere als dramatischen Niedergang – das Bündnis mit den “starken“ Franzosen sollte dem Téké-König auch innenpolitisch auf die Sprünge helfen.

Übrigens: Wenn das Kongobecken auch für seinen Urwaldreichtum bekannt ist, für das Reich des Makoko und der Ngalifourou stimmt das nicht: Die meisten Téké sind SavannenbewohnerInnen.

 [31]

Pierre Savorgnan de Brazza war unter den Vertragsjägern (die der Landnahme mittels Waffengewalt vorausgingen und im Erfolgsfall den Einsatz von Waffen für die Eroberung überflüssig machten), ein netter: “(I)ch bin als Freund und nicht als Eroberer gereist und daher überall auf gastfreundliche Menschen gestoßen“[32]. Makoko Iloo I zieht ihn daher Stanley vor, der schließlich am anderen Ufer des Kongo dem belgischen König ein Privatreich erwirbt[33]. Der Téké-König unterzeichnet einen Vertrag, der sein Reich zur französischen Kolonie macht. Er glaubt, die Zeichen der Zeit richtig gelesen zu haben. Um Blutvergießen zu vermeiden – das Nicht-Töten von Menschen ist unter Téké ein hoher Wert –, unterwirft er sich der fremden Übermacht, willigt in die Eroberung ein, ohne Widerstand zu leisten.

Makoko Iloos Auserwählte hält am Kurs ihres bald darauf verstorbenen Gatten bedingungslos fest. Was Ngalifourous “eingeborene“ UntertanInnen in den folgenden Jahrzehnten wegen der Kolonialherren durchmachen, bringt die Königin nicht von ihrer absoluten Treue gegenüber Frankreich ab. Da ihr Volk ihr offensichtlich weiterhin Gefolgschaft leistet, wird sie zur Lieblingsgesprächspartnerin der Metropole und diese überhäuft sie mit Ehrungen.

Obwohl sie eine Frau ist.

Monarchinnen gab’s auch in Europa zu seinen patriarchalsten Zeiten.

 

Endnoten:

[1] Téké oder Batéké oder Anziko… Der Name “Téké“ kommt – wie der Name der westafrikanischen Dioula – vom Handel, für den sie bekannt waren.

[2] Wie so oft gibt es verschiedene Schreibweisen: Nkwe Mbali.

[3] Eugénie Mouayini Opou, La reine Ngalifourou souveraine des Téké. Dernière souveraine d’Afrique noire, Paris (L’Harmattan) 2006, pp.81f. Ich habe dieser Quelle hinsichtlich Schreibweise der Namen und meist auch betreff konkreter Daten und Informationen (oft widersprechen sich verschiedene Quellen) den Vorzug gegeben.

Das dem Artikel vorangestellte Foto zeigt Ngalifourou gegen Ende ihres Lebens: Quelle ohne Datum oder Angaben dazu, wer fotografiert hat: https://www.nofi.media/2014/10/ngalifourou-souveraine-intemporelle-du-royaume-teke/1714.

Vorbemerkung zu den Quellen: Ich habe mir schwer getan, Konkretes über Ngalifourou herauszubekommen. Die soeben zitierte Biographie ist 238 Seiten lang, besteht aber vor allem aus Lobpreisungen, die wieder und wieder auftauchen, oft im selben Wortlaut. Auch in anderen Quellen überwiegt das griot.te-Element in den Darstellungen der Langzeitherrscherin. Ich habe versucht, herauszuholen, was möglich war.

[4] Téké-Häuser in der Pool-Gegend. Postkarte aus den Eliot Elisofon Photographic Archives, Foto J. Audema zwischen 1897 und 1909, Braunstich entfernt GL, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eepa_a0287-02.jpg.

[5] Es handelt sich um die Inkoui-, Akouotsan-, Ondzala-, Impan-, Ikiè- und Impei-Familien. Ich habe nicht ergründen können, welcher dieser sechs Ngalifourou Ngassiè entstammte.

[6] Laut Eva Hendrickx, Ngalifourou, 1.8.2008, http://evopra.over-blog.com/article-21211865.html.

[7] Wie fast überall in ihrem Buch bleibt Eugénie Mouayini Opou, a.a.O., p.41 auch hierzu überaus vage.

[8] Wunderbar passend zum heutigen Aschermittwoch. Eugénie Mouayini Opou, a.a.O., p.56 bietet neben Asche auch Boden und Erde als Übersetzungen an, verwendet in der Folge aber beständig die Asche.

[9] Da es sich um Afrika handelt, ist “Fetische“ der gebräuchliche Ausdruck, doch ist der erstens abwertend (siehe Susan Arndt, Antje Hornscheid (Hg.), Afrika und die deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagwerk, Münster (Unrast) 2009, pp.132-136), zum anderen sind ihre Aufgaben umfassender.

[10] Makoko Illoy, Foto ca. 1880, keine Angaben zu FotografIn; Rotbraunstich entfernt GL, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Remise_traite_72.jpg.

[11] Eugénie Mouayini Opou, a.a.O., p.43. Im Original: “Elle est effectivement la plus jeune et l’unique femme qui prendra place aux côtés de son époux et au milieu de tous ces vieux routiniers, adeptes de la mise à l’écart de la gente féminine. La tâche qui lui incombe n’est pas facile car, mis à part le fait qu’elle doit démontrer de quoi elle est capable, elle doit s’imposer pour ne pas se laisser écraser par cette machine infernale que sont les hommes. Elle n’a pas attendu qu’on lui intime l’ordre de prendre la parole, elle la prend, malgré les regards insistants, dévorateurs et déstabilisants de l’entourage du Roi. (…) Devant la démonstration de force des mâles qui l’entourent, elle se voit obligée de jouer le bras de fer qui aboutira à forger la jeune fille qu’elle est et à la transformer en une véritable lionne, farouche dans les affaires, intraitable et indomptable. Ngassiè laisse place à Ngalifourou. C’est la naissance d’une légende. Le Roi, époux de la Reine est son premier admirateur.“

[12] Zur Aufgabenteilung zwischen Königin und König habe ich keine klaren Angaben gefunden. Ngalifourou scheint in ritueller/spiritueller Hinsicht ihren “Gatten“ überlegen zu sein. Auch scheint sie Oberbefehlshaberin des Heeres zu sein. Laut Eugénie Mouayini Opou, a.a.O., pp.74f und abermals pp.76f gehören ihrem Hof MinisterInnen (nur Männer?) für Religion, Finanzen, Protokoll, die Königinnengarde und das Heer an. Zu ihrer Unterstützung (mit anderen Worten: sie entscheidet nicht alleine) gibt es einen Weisenrat, einen Militärrat und einen Justizrat

[13] Eine andere Version ist, dass sie sich vor allem ihrem zweiten Mann Onkoo Ngaywo verbunden fühlte und dass sie nach Ngabé übersiedelte, um seinem Grab dort nahe zu sein. Siehe Natou Seba Pedro-Sakombi, Ngalifourou – Souveraine intemporelle du Royaume Teke, Reines & Héroïnes d’Afrique 30.3.2016, https://reinesheroinesdafrique.wordpress.com/2016/03/30/ngalifourou-souveraine-intemporelle-du-royaume-teke/.

[14] Eugénie Mouayini Opou, a.a.O., p.64.

[15] So steht es bei Natou Seba Pedro-Sakombi, Ngalifourou – Souveraine intemporelle du Royaume Teke, Reines & Héroïnes d’Afrique 30.3.2016, https://reinesheroinesdafrique.wordpress.com/2016/03/30/ngalifourou-souveraine-intemporelle-du-royaume-teke/.

[16] Eugénie Mouayini Opou schreibt von der Überseemedaille – die médaille d’outre-mer ersetzte jedoch erst per Dekret vom 6. Juni 1962, also sechs Jahre nach dem Tod Ngalifourous, die Kolonialmedaille (médaille coloniale). Andere Quellen schreiben von “décorations du Bénin“, also “Ehrenzeichen des Benin“ – dazu habe ich in der umfangreichen französischen Ordenspalette nichts Entsprechendes gefunden. Es könnte sich allerhöchstens um den “ordre de l’Étoile noire“, den in Porto-Novo geschaffenen “Orden des Schwarzen Sterns“ handeln, der an die verliehen wurde, die den Einfluss Frankreichs an der Atlantikküste Afrikas vergrößert haben.

[17] Königin Ngalifourou mit Marthe de Brazza, Tochter Pierre Savorgnan de Brazzas, am Tag, an dem Erstere von General de Gaulle geehrt wird; ohne Angabe zu FotografIn oder Datum auf https://reinesheroinesdafrique.wordpress.com/2016/03/30/ngalifourou-souveraine-intemporelle-du-royaume-teke/.

[18] Das Fasten dient der inneren Reinigung. Gewöhnliche Sterbliche, denen am Nkoué Mbali-Tag alle Arbeit außer Hausarbeit untersagt ist, nutzen ihn für ihr Sozialleben, besuchen Verwandte und FreundInnen.

[19] Eugénie Mouayini Opou, a.a.O., p.91 und p.101.

[20] Gewonnen werden sie von Jean-Felix Tchicaya und Opangault. Ersterer, der Vater Tchicaya U Tam’sis, war der erste kongolesische Parlamentsabgeordnete in Paris und er hatte die erste kongolesische Partei gegründet. Doch 1957 wird er sich aus der Innenpolitik zurückziehen. Sein Dichter-Sohn hat ihm in seinem Roman Les Phalènes ein Denkmal gesetzt. Siehe Tchicaya U Tam’si, Les phalènes (1984), in: Tchicaya U Tam’si, La trilogie romanesque. Œuvres complètes II, Paris (Gallimard) 2015.

[21] Dazu gibt’s ein 3:47-Stummvideo – mit vielen französischen Fahnen – auf https://vimeo.com/155006807. Dasselbe etwas ausführlicher (4:25 – die restlichen dreieinhalb Minuten des Videos gehören dem Besuch von Ngalifourous Freund de Gaulle 1958 in Brazzaville) ist auf https://www.cinematheque-bretagne.bzh/Base-documentaire-Enterrement-Reine-Galifourou-426-12454-0-1.html?ref=a21baeef317666a21fb1b15896b78dec zu sehen – inklusive, zur Einleitung, einiger laufender Bilder von ihr zu Lebzeiten.

[22] Eugénie Mouayini Opou, a.a.O., p.145.

[23] Ibid., p.107. Ngalifourou wird zudem in Embryonalposition begraben.

[24] Sichtbar sind sie auf einem anderen Video, dieses kommentiert, bei Minute 5:40 (von 15:00) auf https://web.facebook.com/watch/?v=1013500682063690 oder auf https://www.youtube.com/watch?v=hD_s9v4HfIM.

[25] Enkelin im weiten Sinn. Ngalifourous Schwangerschaften endeten als Spontanabort oder Totgeburt. Eugénie Mouayini Opou a.a.O., p.85.

[26] Die letzte Spur, die ich von ihr am Netz gefunden habe, ist allerdings vom 2. Juni 2015, da stattete sie dem Pierre Savorgnan de Brazza-Memorial in Brazzaville einen Besuch ab. Siehe http://www.adiac-congo.com/content/histoire-sa-majeste-la-reine-ngalifourou-scrute-les-ecrits-de-lexplorateur-pierre-savorgnan. Davon gibt’s auch ein 2:03-Video: https://www.youtube.com/watch?v=ZhV61lpgmJY.

[27] Bildausschnitt von https://twitter.com/claudy_siar/status/740569402995843072. Blaustich entfernt GL.

[28] Eugénie Mouayini Opou, a.a.O. pp.72f.

[29] Obwohl es zentriert ist, weigert sich das Foto, in der Seitenmitte zu erscheinen – tut mir leid. Kopfteil einer Téké-Holzstatue, Darstellung einer Ahnin; diese Statue schützte das Dorf und insbesondere seinen Chef in Munday, bas-Kwilu (Provinz östlich von Kinshasa im heutigen Kongo-Kinshasa), bis sie 1922 “gesammelt“ wurde; Foto Jean-Pierre Dalbéra 25.6.2010 anlässlich einer Ausstellung im Musée Quai Branly, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Statue_d%27anc%C3%AAtre_Teke-RDC.jpg?uselang=de.

[30]

Quelle: https://twitter.com/claudy_siar/status/740569402995843072. Original in Farbe. Der Text verrät, dass Ngalifourou auf den Tag genau 1324 Jahre nach Mohammed gestorben ist, mit dem sie meines Wissens nichts verbunden hat, und ebenso auf den Tag genau 53 Jahre vor Omar Bongo Ondimba, der immerhin wie sie Téké war.

[31] Bildausschnitt des dem Artikel vorangestellten Fotos von https://www.nofi.media/2014/10/ngalifourou-souveraine-intemporelle-du-royaume-teke/1714.

[32] Als Quelle dieses Pierre Savorgnan de Brazza-Zitats schreibt Patrick Deville nur von “Zeitungen“. Patrick Deville, Äquatoria. Auf den Spuren von Pierre Savorgnan de Brazza, Zürich (bilgerverlag) 2013 (© frz. Original “Equatoria“ 2009), p.66. Der Kontext des Zitats ist der Vergleich mit Stanley: “Ich hatte nie die Angewohnheit, als Krieger durch die afrikanischen Länder zu reisen wie Mr. Stanley, der immer von einer Legion bewaffneter Männer begleitet wird (…)“. Das Buch Patrick Devilles ist eine Hommage an Pierre Savorgnan de Brazza. Doch wenn der auch nett war, sein Nutzen für Frankreich lag in der Eroberung riesiger Gebiete für “die Metropole“.

[33] Kinshasa – bis 1966 Léopoldville – liegt im Gebiet eines “abtrünnigen“ Téké-Herrschers, der mit Stanley handelseins wurde.

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