Radio Afrika TV

Kongowasser zu Geld.

Die nicht gelingen wollende Transsubstantiation.

Günther Lanier, Ouagadougou, 1.4.2020.

Kennen Sie die Geschichte von der Hochzeit zu Kana? Da entsprach Jesu dem Wunsch seiner Mutter und stand dem Hochzeitspaar bei, indem er Wasser in Wein verwandelte.[1]

Für die Verwirklichung von Inga III bräuchte es eigentlich kein Wunder. Dennoch kommt das Projekt nicht und nicht vom Fleck.

Mit über 4.000 Kilometern ist der Kongo nach dem Nil der zweitlängste Fluss Afrikas, durchschnittlich etwa 40.000 Kubikmeter pro Sekunde an seiner Mündung machen ihn zum wasserreichsten Fluss des Kontinents, weltweit ist er die Nummer 2 (hinter dem Amazonas)[2]. Kinshasa (und Brazzaville) liegen 350 km von der Mündung entfernt.

Auf den letzten 350 Kilometern des Flusses beträgt der Höhenunterschied 280 Meter[3]. In diesem Unterlauf, insbesondere zwischen Matadi und Kinganga, wo die Inga-Fälle[4] liegen, ist der Kongo aufgrund der Katarakte[4a] nicht schiffbar. In der folgenden Grafik liegen die Inga-Fälle im steilen Stück rechts von Matadi. Innerhalb von 30 km fließen die Wassermassen hier etwa 90 Höhenmeter hinunter, im Kernbereich sind es 40 Höhenmeter auf etwa 10 km Länge. Der Versuch des Abenteuerjournalisten Philippe de Dieuleveult am 6. August 1985, die Inga-Fälle (erstmals?) zu bezwingen, endete für ihn und seine Begleiter tödlich[5].

Um die Katarakte zu umgehen, wurde das Kongobecken zu Kolonialzeiten per Eisenbahn erschlossen – ein regelrechtes Massaker für viele der zwangsarbeitenden “Eingeborenen“: 1.800 auf belgischer Seite[6], zehn Mal mehr auf französischer kamen ums Leben. Auf belgischer Seite war die Strecke Matadi-Kinshasa (damals Léopoldville) 1898 befahrbar, auf französischer Seite wurde der Chemin de fer Congo-Océan von Pointe-Noire nach Brazzaville 1921-34 gebaut.

 [7]

Für den Transport ist der Kongo-Unterlauf also unbrauchbar.

Doch Wasser hat Kraft. Je steiler es fließt, umso mehr. Kein Wunder also, dass der Unterlauf des Kongo in seiner energiearmen kongolesischen Umgebung zum Träumen verführte und Begehrlichkeiten weckte. Die unabhängig gewordene Demokratische Republik Kongo bzw. Zaire[8] machte sich an die Ausbeutung der Wasserkraft[9]. 1972 entstand das Kraftwerk Inga I, 1982 dann Inga II. Ersteres hat eine Kapazität von 351 Megawatt, Inga II eine Kapazität von 1.424 Megawatt[10]. Ersteres sollte vor allem die nahegelegenen Maluku-Stahlwerke mit Strom versorgen[11], Inga II sollte vor allem der Bergbauindustrie in der über tausend Kilometer entfernten Provinz Katanga dienen.

 [12]

Können wir mit gutem Recht bei Inga I und Inga II von Weißen Elefanten sprechen, was ist dann vom Folgeprojekt Inga III zu erwarten? Denn die Inga-Geschichte geht weiter.

Das Stromerzeugungspotential der Inga-Fälle wird auf 40 Gigawatt, also 40.000 Megawatt, geschätzt. Inga I & II schöpfen das nicht einmal zu 5% aus. So wird an einem Inga III herumgeplant und dieses Inga III, das bisher nur auf dem Reißbrett existiert und nicht einmal dort definitiv Form angenommen hat, soll nur die erste Phase des noch gigantischeren “Großen Inga-Projektes“ sein.

Solch technikverliebte Megaprojekte werden in erster Linie von denen betrieben, die daran profitieren: Neben Staatschefs handelt es sich dabei vor allem um diejenigen Firmen, die mit dem Bau und Betreiben beauftragt werden (bzw. sich darum bewerben), also Riesenunternehmen, Multis.

Auch wenn es heute keine Zwangsarbeit mehr gibt: Wie dabei vorgegangen wurde und wird, ist immer wieder haarsträubend.

Vor allem aber: Die Nachfrageseite spielt eine relativ geringe Rolle. Es sei denn, sie kann eine Abnahmegarantie geben. Das bringt die südafrikanische Regierung ins Spiel – und schließt die kongolesischen Normalsterblichen aus. Letztere haben nämlich kein oder wenig Geld. Nur ein Fünftel im ganzen Land hat bisher überhaupt Zugang zu Strom.

Daweil könnten wir meinen, es sollte dem kongolesischen Staat vor allem um das Wohl seiner BürgerInnen gehen, also um eine Verbesserung ihrer Versorgung mit – unter anderem – elektrischen Strom. Die folgende Grafik stellt einen Vergleich an zwischen dem jährlichen Prokopfstromverbrauch in Kongo-Kinshasa, Südafrika und in Österreich. In Kongo-Kinshasa lag der im Jahr 2014 (letzte verfügbare Werte der Weltbank) bei 202,87 Kilowattstunden, in Südafrika bei 4.197,1 kWh und in Österreich bei 8.355,8 kWh. SüdafrikanerInnen konsumieren also im Schnitt gut 20 Mal, ÖsterreicherInnen gut 40 Mal so viel Elektrizität wie KongolesInnen.

 [13]

Elektrischer Strom ist eine Ware wie andere auch. Die kongolesischen Reichtümer – insbesondere die vielgerühmten Boden“schätze“ – sind bisher nur einer kleinen Oberschicht zugutegekommen. Die Mehrheit der Bevölkerung kann sich glücklich schätzen, wenn sie nur durch die Finger schaut und nicht außerdem noch unter den diversen Kriegen und Rebellionen leidet, die in erster Linie von ebendiesen Bodenschätzen ausgelöst und alimentiert werden.

Der Bau von Inga III hat jedenfalls mit dieser stromarmen Bevölkerungsmehrheit nichts zu tun. Ein gewisser Teil der Produktion soll, heißt es, für sie abfallen[14]. Aber wer weiß, ob noch etwas übrigbleiben wird, wenn erst einmal alle kaufkräftigen KundInnen bedient worden sind.

Wer braucht Strom und hat Geld? Im kongolesischen Inland eigentlich nur Großbetriebe, insbesondere solche im Bergbau. Und dann das Ausland. Und im afrikanischen Ausland sticht Südafrika heraus. Das Land ist zwar über 2.000 km entfernt, aber es ist wirtschaftlich sehr viel “entwickelter“ als die anderen. Und es scheint auch willens zu sein und hat schon mehrmals Abnahmeversprechen abgegeben.

Und dennoch kommt das Projekt seit drei Jahrzehnten nicht und nicht voran.

 [15]

In den 1990er Jahre finanzierte die Afrikanische Entwicklungsbank eine Inga III-Studie[16]. Damals war die Rede von einem 3,5 Gigawatt-Kraftwerk. Das Überschreiten nationaler Grenzen wurde als Panafrikanismus hingestellt und die Überlegungen betrafen vor allem die transkontinentalen “Energie-Autobahnen“. Am chancenreichsten schien das sogenannte Westkorridor-Projekt: Der Strom sollte aus Kongo-Kinshasa durch Angola, Namibia und Botswana bis nach Südafrika transportiert werden. Unter der Schirmherrschaft der Regionalorganisation SADC (Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft) gründeten die Regierungen und Elektrizitätsgesellschaften der fünf betroffenen Länder ein Konsortium namens Westcor. 2008 wurde eine zweite Studie lanciert, abermals von der Afrikanischen Entwicklungsbank finanziert. Nach deren Fertigstellung präsentierte Westcor einen neuen Plan: “Inga III Basse Chute/Inga III Tiefer (Wasser)Fall“ würde 4,8 Gigawatt produzieren.

Zu dieser Zeit verhandelte Kinshasa mit BHP Billiton, einem Bergbau-Riesen, der Bauxit aus Guinea (nicht gerade ums Eck) im Kongo in Aluminium verwandeln wollte. Die dazu in der Provinz Niederkongo (Bas Congo) zu bauende Aluminiumhütte würde ganz alleine 2 Gigawatt aus der Inga III-Stromproduktion verbrauchen.

Doch 2012 ließ BHP Billiton diese Pläne angesichts widriger Entwicklungen auf dem Aluminium-Weltmarkt fallen. Schon zuvor hatte sich Westcor zurückgezogen, da es dem Konsortium nicht gelungen war, die für die Projektstudien nötige Finanzierung aufzutreiben. Auch hatte die Regierung in Kinshasa die Absichtserklärung (memorandum of understanding) nicht unterzeichnet, die aber Voraussetzung für die Finanzierungsvereinbarung für das Inga III-Projekt gewesen wäre.

Doch Südafrika blieb auch nach der Auflösung von Westcor an “Bord“[17]. Pretorias Interesse an dem Strom-Megaprojekt hatte sich im Lauf der Jahre allerdings verändert. Ging es unter Mandela (1994-99) im Umgang mit dem Ausland um einen “progressiven Internationalismus“ mit starker Betonung von Menschenrechten sowie Multilateralismus bei der Beilegung von Konflikten, so wurde unter seinem Nachfolger Thabo Mbeki (1999-2008) das “afrikanische“ Element, in gewissem Sinn ein panafrikanischer Nationalismus, wichtiger – nun galt es, afrikanische Lösungen für afrikanische Probleme zu finden. Kritik an Interventionen der Satten Welt in Darfur, Côte d’Ivoire und Libyen ging Hand in Hand mit dem Engagement für die Schaffung der Afrikanischen Union sowie der Neuen Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (New Partnership for Africa’s Development/NEPAD) und der Vermittlerrollen bei Friedensverhandlungen in Burundi und dann für Kongo-Kinshasa Ende 2002.

Entgegen der Rhetorik der Solidarität mit den Unterdrückten und der lauthalsen Kritik an den Mächtigen dieser Welt, wurden dann unter Jacob Zuma (2009-18) Partikularinteressen wichtiger. Und was state capture[18] betrifft, traf er in Joseph Kabila auf einen Gleichgesinnten[19].

Im November 2011 trafen sich die beiden ein paar Wochen vor den Wahlen, die Kabila sein zweites Mandat als Präsident ermöglichen sollten, und unterzeichneten das Große Inga-Projekt betreffend eine Absichtserklärung. Knapp zwei Jahre später wurde dann der Große Inga-Vertrag unterzeichnet, in dem sich Südafrika zur Abnahme von 2,5 von dessen insgesamt 4,8 Gigawatt verpflichtete (und außerdem eine Option auf 20 bis 30% des Stroms zugesagt bekam, der in zukünftigen Phasen des Großen Inga-Projekts erzeugt werden würde).

 [20]

2010 schrieb Kinshasa das damalige Inga-Projekt für Interessenbekundungen aus. Von den ursprünglich vorgesehenen sechs blieben schließlich zwei Anbieter-Gruppen über, die konkrete Vorschläge unterbreiteten, eine “spanische“, “ProInga“, rund um AEE Power und Actividades de Constructión y Servicios[21] und eine chinesische, “China Inga 3“, rund um die Three Gorges Corporation[22].

In der ersten Hälfte der 2010er Jahre genoss Inga III international breite Unterstützung. So finanzierten Weltbank und Afrikanische Entwicklungsbank weitere Studien, die das Projekt voranbringen sollten, nicht nur in geologischer Hinsicht, sondern insbesondere auch, was seine sozialen und Umwelt-Auswirkungen betrifft[23]. Auf kongolesischer Seite war das Projekt breit und transparent angelegt, auch die Zivilgesellschaft wurde beteiligt.

Doch dann kam es 2015 zu einer Kehrtwendung, eine Art feindliche Übernahme des Inga III-Projektes durch Joseph Kabila. Dem war wahrscheinlich die bis dahin praktizierte Offenheit ein Dorn im Auge, hinderte sie Kongo-Kinshasa, also ihn, doch daran, zu schalten und walten, wie er wollte und wie es günstig für ihn war[24]. So musste die nationale Souveränität wiederhergestellt werden, auch wenn den nationalen Strukturen sehr schnell das Geld sogar für ihr eigenes Funktionieren fehlte[25]. Denn die Weltbank hatte sich unter den veränderten Umständen schnell zurückgezogen. Auch die Zivilgesellschaft, die nicht mehr beigezogen wurde, und sogar das Parlament entzogen Inga III in der Folge ihre Unterstützung. 2017 startete Erstere eine “Nein zu Inga“-Kampagne und die kongolesische Nationalversammlung ließ im März 2018 den Energie- und Wasserkraft-Minister abblitzen, als er ihr ein Inga-Gesetz unterbreitete.

Eine Überraschung gab es dann im Juni 2017: Kinshasa Inga-Agentur bat die beiden Kontrahenten (ProInga und China Inga 3), ein gemeinsames Projekt zu unterbreiten. Das scheint auf den ersten Blick unklug, war die Konkurrenz zwischen den beiden doch der einzige Stein im Brett, über den Kinshasa in den Verhandlungen um Inga III noch verfügte.

 [26]

Dem Ersuchen um Kooperation war aufseiten beider Anbieterkonsortien die Erkenntnis vorausgegangen, dass das 4,8 Gigawatt-Projekt ökonomisch keinen Sinn machte. ProInga hatte daraufhin die Flucht nach vorne angetreten und ein 12,8 Gigawatt-Projekt unterbreitet, samt 800 Seiten technischer Pläne, die von ungefähr hundert IngenieurInnen zusammengestellt worden waren. Das Problem dabei: Ohne chinesische Banken schien die Finanzierung des Megaprojektes von Vornherein illusorisch.

In der Folge gingen die Verhandlungen nur schleppend weiter. Kinshasa berief im Juni 2018 in Paris ein Treffen ein, auf dem Grundsätzliches für das weitere Vorgehen beschlossen wurde: Mindestkapazität 10 Gigawatt, davon die Hälfte für Südafrika; der Kongo wird auf seiner ganzen Breite gestaut; der maximale Kilowattstundenpreis dürfe 0,0255 USD nicht übersteigen. Kostenpunkt (Stand Oktober 2018): 13,9 Mrd USD. Das entspricht ziemlich genau 30% des 2018er BIPs von Kongo-Kinshasa.

Die “exklusive Zusammenarbeitsvereinbarung“, die Ende 2018 unterschrieben werden sollte und die die Voraussetzung für die technische und finanzielle Finalisierung des Projektes ist, wurde bis zum heutigen Tag noch nicht unterschrieben[27]. Ab dieser Unterschrift sind circa zwei Jahre bis zum Baubeginn zu veranschlagen. Der Bau selbst soll acht Jahre in Anspruch nehmen. Somit steht so gut wie fest, dass Inga III vor 2030 keinen Strom liefern wird.

Von Umweltverträglichkeitsprüfung hab’ ich nur gelesen, dass bisher keine vorgenommen wurde. Soziale Folgen sind den Großen dieser Welt sowieso egal.

Die neuen Präsidenten in Kongo-Kinshasa (Tshisekedi, seit 2019) und Südafrika (Ramaphosa, seit 2018) steuern in Sachen Inga III keinen wesentlich neuen Kurs. Allerdings war auf kongolesischer Seite zuletzt wieder vom 4,8 Gigawatt-Projekt die Rede, auf südafrikanischer nur mehr vom Kauf von 2,5 Gigawatt…

Bis zum Baubeginn hat Pretoria jedenfalls noch viel Zeit, sich zu überlegen, ob es nicht doch abspringt. Denn auch wenn es in letzter Zeit im Land an Strom mangelte, so wird Südafrika in absehbarer Zeit offenbar über genügend Kapazitäten verfügen. Und wenn Pretoria auch versucht, von der umweltschädlichen Kohle auf erneuerbare Energien umzusteigen: Der Inga III-Strom wird keineswegs eine Mezzie sein, er wird höchstwahrscheinlich teurer sein als andere Alternativen.[28]

Doch Inga III oder das Große Inga ist viel eher ein Prestigeprojekt – ein potentieller Weißer Elefant – als das Produkt kühl-rationalen Planens…

 [29]

 

Endnoten:

[1] Johannesevangelium 2,1-12. Es handelt sich um das erste Wunder Jesu. Und er ließ sich freilich nicht lumpen: der Wein war von hervorragender Qualität. Der Küchenchef wunderte sich und fragte den Bräutigam, warum er den besten Wein denn für den Schluss aufgehoben habe.

[2] Echolotmessungen 2008 ergaben im Unterlauf in einem canyonartigen Abschnitt eine Tiefe von mehr als 200 Metern. Sollten diese Messungen bestätigt werden, so wäre das Weltrekord.

[3] Zum Vergleich: Auf den 1.921 Kilometern zwischen Wien-Freudenau und dem Schwarzen Meer beträgt der Höhenunterschied nur gut 150 Meter.

[4] Das dem Artikel vorangestellte Foto zeigt diese Inga-Fälle, Foto Alaindg Juli 2004, überarbeitet GL, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Inga03.jpg.

[4a] Stromschnellen, niedrige Wasserfälle.

[5] Wobei nur eine Leiche je gefunden wurde. Das “mysteriöse“ Verschwinden Philippe de Dieuleveults und seiner Begleiter (ein Boot war zertrümmert, das zweite intakt) führte zum Entstehen verschiedener Theorien, darunter die, dass er von der zairischen Armee als Spion gefoltert und umgebracht wurde. Siehe https://fr.wikipedia.org/wiki/Philippe_de_Dieuleveult.

[6] Meine Quellen für die Zahlen hier sind diverse Wikipedia-Artikel. Bei der Renovierung der Matadi-Kinshasa-Linie in den 1930er Jahren kamen nochmals zahlreiche “Eingeborene“ um.

[7] Kevin Oberg, John M. Shelton, Ned Gardiner, P. Ryan Jackson, Discharge and Other Hydraulic Measurements for Characterizing the Hydraulics of Lower Congo River, Juli 2008, p.3, https://hydroacoustics.usgs.gov/publications/Measurements4LowerCongo-6.pdf.

[8] Belgisch-Kongo erhielt bei der Unabhängigkeit den Namen “Republik Kongo“, 1964 dann “Demokratische Republik Kongo“. Von 1971 bis 1997 hieß das Land “Zaire“(République du Zaïre).

[9] Pläne dazu gab es schon seit den 1920er Jahren: 1925 präsentierte Pierre Van Deuren dem belgischen König einen Plan zum Bau von sieben Staudämmen. Doch dann kam die Weltwirtschaftskrise dazwischen.

[10] Mangelhafte Wartung hat die tatsächliche Produktion beeinträchtigt.

[11] Dieser zairisch-deutsch-italienische Betrieb funktionierte nur fünf Jahre lang. Hier ein Foto der Maluku-Eisenwerk-Ruine vor dem Kongo-Fluss. Foto Vberger August 2003, leicht überarbeitet von GL, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Usine_maluku.jpg:

[12] Ob es sich um Inga I oder Inga II handelt, ist hier nicht angegeben. Foto Alaindg im Juli 2004, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Inga003.jpg.

[13] Die vertikale Achse zählt die kWh in Tausenden. https://data.worldbank.org/indicator/EG.USE.ELEC.KH.PC?locations=CG-AT-ZA&name_desc=false.

[14] Die Weltbank schätzte diesen 2014 auf 600 Megawatt, gerade ein Achtel der damals geplanten 4,8 Gigawatt.

[15] “Image:Inga 2006-projet.gif” von Vberger am 28.6.2008 mit der Beschreibung “Projet de l’emphythéose Moanda, Barrage d’Inga, situation future“ online gestellt, © Sémhur / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-3.0, or Free Art License, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Inga_2006-projet.svg.

[16] Ich folge bei meiner Darstellung dem exzellenten Resource Matters, Congo Research Group (CRG) am Center on International Cooperation an der New York University, Inga III: Kept in the Dark, 28.10.2019, http://congoresearchgroup.org/wp-content/uploads/2019/10/GEC_Resource-Matters_Inga-III_EN_final-2.pdf.

[17] Vertiefend zur Studie “Inga III : Kept in the Dark“ wird die südafrikanische Haltung zu Inga III behandelt in: Phuzumoya Consulting, Congo Research Group (CRG) am Center on International Cooperation an der New York University, I Need You, I Don’t Need You: South Africa and Inga III, 18.3.2020, http://congoresearchgroup.org/wp-content/uploads/2020/03/south-africa-inga-3-report-i-need-you-i-dont-need-you.pdf.

[18] Das Kapern, Beschlagnehmen des Staates, seine Verwendung zu rein persönlichen Zwecken.

[19] 2010 erhielten zwei Unternehmen, Caprikat und Foxwhelp, den Zuschlag für zwei Erdölkonzessionen im östlichen Kongo. Die legalen Repräsentanten dieser Firmen waren Zumas Neffe Khulubuse Zuma bzw. Jacob Zumas persönlicher Anwalt Michael Hulley. Die beiden Unternehmen dürften geschaffen worden sein, nur um die beiden Konzessionen zu erwerben. Registriert waren sie auf den British Virgin Islands (wo EigentümerInnen anonym bleiben können) und das nur drei Monate vor dem Erwerb der Ölkonzessionen. Siehe Phuzumoya Consulting, Congo Research Group (CRG) am Center on International Cooperation an der New York University, I Need You, I Don’t Need You: South Africa and Inga III, 18.3.2020, p.5, http://congoresearchgroup.org/wp-content/uploads/2020/03/south-africa-inga-3-report-i-need-you-i-dont-need-you.pdf.

[20] Stromauf von Matadi: die ersten Stromschnellen, Foto Vberger im September 2003, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Matadi.jpg.

[21] Ihr gehörte unter anderem auch die österreichische Andritz AG an.

[22] Diese baute und betreibt die Drei-Schluchten-Talsperre am Jangtsekiang.

[23] Auch die Umweltschäden von Inga I und Inga II sollten behandelt werden. Anfang 2014 ließ die International Development Association (IDA) der Weltbank 71,3 Mio. USD für kongolesische Staudammprojekte springen, die Afrikanische Entwicklungsbank 35,2 Mio. USD. Davon waren zusammen 80,9 Mio. USD für Inga III bestimmt, der Rest für mittelgroße Projekte.

[24] So waren z.B. die hohen Beträge kritisiert worden, die Kinshasa drei Beraterfirmen Kinshasas (Orrick, Lazard, Tractebel) zahlte.

[25] Die Agentur für Entwicklung und Promotion des Grossen Inga-Projekts/Agence pour le Développement et la Promotion du Projet Grand Inga (ADPI-RDC), die 2015 die breit aufgesetzte und international anerkannte ADPI ersetzt hatte, musste die Anbieter um Geld für ihr Funktionieren bitten. Auch litt sie unter akutem Personalmangel, bestand offenbar nur aus ihrem Chef mit ein paar BeraterInnen. Keine gute Ausgangslage für Verhandlungen mit Geschäfts“partnerInnen“, die nichts mehr wollen, als andere über den Tisch zu ziehen.

[26] Ein Arbeiter und das Inga-Projekt 1973. Foto Rob Mieremet/Anefo 24.10.1973, Niederländisches Nationalarchiv Bestandsnummer 926-7758, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Inga-project,_stuwdam_in_rivier_de_Zaire_arbeider_op_een_aanvoerleiding_van_een,_Bestanddeelnr_926-7758.jpg.

[27] Stattdessen verkündete Actividades de Constructión y Servicios/ACS Ende Jänner 2020 seinen Ausstieg aus dem Inga III-Projekt. Siehe Aurélie M’Bida, Estelle Maussion, Dam doubts: DRC’s giant Inga III dam: Spanish firm ACS throws in the towel, The Africa Report (wird von Jeune Afrique Media Group publiziert) 24.2.2020/aktualisiert am 11. Februar 2020, https://www.theafricareport.com/22572/drcs-giant-inga-iii-dam-spanish-firm-acs-throws-in-the-towel/.

[28] Ausführlicher zu Südafrika & Inga III: Phuzumoya Consulting, Congo Research Group (CRG) am Center on International Cooperation an der New York University, I Need You, I Don’t Need You: South Africa and Inga III, 18.3.2020, http://congoresearchgroup.org/wp-content/uploads/2020/03/south-africa-inga-3-report-i-need-you-i-dont-need-you.pdf.

[29] Ein Arbeiter und das Inga-Projekt 1973. Foto Rob Mieremet/Anefo 24.10.1973, Niederländisches Nationalarchiv Bestandsnummer 926-7756, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Inga-project,_stuwdam_in_rivier_de_Zaire_arbeider_op_een_steiger_bij_een_aanvoe,_Bestanddeelnr_926-7756.jpg

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