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Senegal -Musterbeispiel für Demokratie in Afrika – Jetzt in Aufruhr.

Seit der Verhaftung des stärksten Opponenten des Präsidenten ist Senegal gebeutelt von Demonstrationen, Plünderungen und Auseinandersetzungen der Zivilgesellschaft mit der Polizei. Bisher wurden vier Menschen getötet und mehrere verwundet. Ein Vorzeigebeispiel politischer Stabilität gerät ins Wanken – doch wie konnte es soweit kommen. 

Seit Mittwoch, dem 3. März, erlebt der Senegal die schlimmsten Demonstrationen und Gewaltszenen seiner Geschichte seit Jahren. Überall in den Städten des Landes gibt es Szenen von Konfrontationen zwischen Jugendlichen und der Polizei. Die Stadtguerilla organisiert sich, indem sie Hauptstraßen niederbrennt und den Zugang der Polizei mit Reifen und Mülltonnen blockiert, es gibt Szenen von Plünderungen von Kaufhäusern und Zerstörung von öffentlichem Eigentum. Die Konfrontationen haben bisher vier Menschen das Leben gekostet und Dutzende von Demonstranten und Ordnungskräften wurden verletzt, wie lokale Medien berichten.

Grund der Demonstrationen: vor wenigen Tagen wurde Ousmane Sonko, der Hauptgegner des amtierenden Präsidenten, nach einer Anzeige wegen Vergewaltigung und Morddrohungen, sowie “Störung der öffentlichen Ordnung” und “Teilnahme an einer verbotenen Demonstration” verhaftet. Die Verhaftung geschah als sich Sonko bereits auf dem Weg zu einer richterlichen Anhörung befand. 

Sonkos Unterstützer vermuten ein politisches Komplott und den Versuch des amtierenden Präsidenten, Sonko als Oppositionellen aus dem Weg zu schaffen. Die wachsende Unzufriedenheit – insbesondere der Jugend – angesichts einer wachsenden Arbeitslosigkeit, einhergehender Perspektivenlosigkeit und dem Einbruch der Wirtschaft durch Covid wirkt als weiterer Zündstoff in dieser Konfliktsituation. 

Zwei private Fernsehsender im Land wurden gesperrt und der Zugang zu sozialen Netzwerken wurde weitgehend abgeschnitten. “Das ist ein Verstoß gegen die Pressefreiheit und eine Verletzung des Rechts auf freie Meinungsäußerung”, sagte Seydi Gassama, Direktor von Amnesty International Senegal. Strafverfolgungsbeamte begannen laut einer nahen Quelle auf die Bevölkerung zu schießen. Am Freitag rief die UN zu einer Deeskalation der Spannungen auf und forderte die Regierung auf, Maßnahmen zu ergreifen. 

Beruhigende Aktionen der Regierung bleiben bis zuletzt aus. Regierungsvertreter bezichtigen die Demonstranten des Terrorismus und tragen dadurch zur weiteren Anheizung des Konflikts bei. 

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