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Wer lehrt und forscht am besten? Unis in Afrika

Foto: die Kapstadt-Universität am Fuß des Ost-Endes des Tafelberges. Foto RegierungsfotografIn circa 1915; leicht überarbeitet GL, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cape_Town_showing_Table_Mountain(GN04821).jpg.

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Günther Lanier, Ouagadougou, 21.7.2021

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Vergleiche von Universitäten sind ein gewagtes Unterfangen. Solche dem Wissen dienende hehre Institutionen müssten sich mit ihrer Komplexität, Vielseitigkeit und vor allem aus ihrem innersten Wesen dagegen sträuben, in Rangfolgen gezwängt zu werden, in Hitlisten. Doch so unzulässig Rankings vereinfachen, so verführerisch sind sie, bieten sie doch auf einen Blick, in einer Zahl – dem Rang – ein Gesamturteil.

Und die Siegerin ist… Auf dem Stockerl ganz oben steht heuer die Universität von…

Solche Ränge haben auch finanzielle Auswirkungen – je weiter vorne, desto mehr reissen sich Studierwillige darum, an dieser Uni aufgenommen zu werden und lernen zu dürfen, denn das Zeugnis, das ihnen am Ende ihrer akademischen Mühen ausgestellt wird, zählt in der Berufswelt umso mehr, je besser der Ruf der ausstellenden Alma Mater[1].

Es gibt viele Uni-Rankings – ich präsentiere hier heute drei und sage Sabine Cessou, deren RFI-Artikel mir als Hauptquelle dient, herzlichen Dank[2].

Das globale Ranking von Times Higher Education[3] reiht 1.500 Institutionen der höheren Bildung – 4% davon oder 61 sind in Afrika daheim, das ist in etwa das Doppelte des Anteils des Kontinents am Welthandel. Die auserwählten afrikanischen Universitäten liegen in nur zehn Ländern: Ägypten (21), Südafrika (10), Algerien (10), Tunesien (6), Marokko (5), Nigeria (5), Botswana (1), Ghana (1), Kenia (1), Uganda (1).

Auch das 1990 von Nunzio Quacquarelli gegründete britische Unternehmen Quacquarelli Symonds (QS) veröffentlicht alljährlich ein globales Ranking, das die besten 1.000 Universitäten reiht, darunter 22 afrikanische, also nur 2,2%[4].

In diesem Ranking spielt unter anderem das Verhältnis Unterrichtende zu Unterrichteten eine Rolle, wie oft eine Universität in anerkannten Fachzeitschriften zitiert wird oder wie hoch der Anteil ausländischer StudentInnen und ProfessorInnen ist. In Afrika dominieren hier ganz eindeutig die südafrikanischen und die ägyptischen Universitäten. Die prominente Makerere University rangiert erst an 16. afrikanischer Stelle – an ihr unterrichtete Stella Nyanzi, wenn sie nicht gerade ihrer widerständischen Haltung gegen Museveni wegen im Gefängnis war und bis sie im Jänner 2021 in Kenia um politisches Asyl ansuchte. Auf Platz 19 dann die Mohammed V University in Rabat, auf 20 die University of Ghana in Legon bei Accra und auf 21 die University of Nairobi.

Weltweit voran liegt im Quacquarelli Symonds-2022er Ranking das Massachussets Institute of Technology (MIT), dahinter die University of Oxford,dann die  Stanford University, University of Cambridge, Harvard University, California Institute of Technology, Imperial College London vor der Züricher ETH.

 [5]

Zum Abschluss noch ein chinesisches, das Shanghai Ranking, das die in Shanghai seit Ende des 19. Jahrhunderts bestehende Jiao Tong-Universität seit 2003 alljährlich publiziert[6]. Auch in diesem Ranking sind die 1.000 weltweit besten gereiht, wobei zu den verwerteten Indikatoren unter anderem die Zahl der aus der jeweiligen Institution hervorgegangenen oder dort beschäftigten NobelpreisträgerInnen gehört.

Unter den drei zitierten Hitlisten ist der Anteil der afrikanischen Universitäten hier mit 1,6% am niedrigsten. Von den 16 liegen 9 in Südafrika, 5 in Ägypten und je eine in Äthiopien und Tunesien.

Zwei Dinge fallen bei Betrachtung der drei Rankings auf: erstens, dass die Kapstadt-Uni überall erste und Wits University (wie Witwatersrand University generell genannt wird) zweite ist; und zweitens, dass frankophone Unis und Länder nicht oder kaum vorkommen.

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Mit meinem abschließenden Foto erweise ich dem Thema meines letztwöchigen Artikels Reverenz – wer blüht denn hier im Hof der Wits University im südafrikanischen Frühling?

 [7]

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Endnoten:

[1] Bedeutet auf Latein “die nährende, gütige Mutter“, wobei die Nahrung aus Bildung und Wissen besteht.

[2] Sabine Cessou, Enseignement: quelles sont les 10 meilleures universités d’Afrique?, RFI 10.7.2021 um 11h35, https://www.rfi.fr/fr/afrique/20210710-enseignement-quelles-sont-les-10-meilleures-universit%C3%A9s-d-afrique.

[3] Wer sich vollständiger umschauen will: https://www.timeshighereducation.com/content/world-university-rankings.

[4] Siehe https://www.qs.com/rankings/ bzw. https://www.topuniversities.com/university-rankings/world-university-rankings/2022.

[5] Der Turm (“tower“) der Makerere University, Foto OER Africa 31.7.2012, https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7a/Makerere_University_tower.jpg.

[6] Siehe https://www.shanghairanking.com/rankings/arwu/2020.

[7] Ost-Campus der Wits University, Foto Samuella99 am 4.10.2007, leicht überarbeitet GL, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:The_Wits_University_East_Campus_(archived).jpg.

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